Mein inneres Kind und die Trigger-Transformation

Bei mir ist neulich ein Knoten geplatzt. Dieser Prozess war von solcher Kraft, dass ich seither vor Energie strotze. Die Jahreszeit und die niedrigen Temperaturen halten schon ein bisschen dagegen, aber so insgesamt ist das für mich gefühlt bislang der sonnigste November, an den ich mich erinnere.

Was ist also geschehen?

Die ein oder andere unter euch hat ja vielleicht diesen Artikel gelesen, in dem ich die Auslöser meiner Wutausbrüche gegenüber meinem Kind beleuchtet habe und den auf der Ebene meines Gehirns vorherrschenden Zusammenhang mit den Ursachen dafür nachgegangen bin. Mit genau dieser Thematik habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt ununterbrochen beschäftigt, habe reflektiert, genau hin geschaut, wie ich wann und in welchem Ausmaß reagiere. Ich war regelrecht auf einer Jagd nach emotionalen Ursachen.

An der Stelle möchte ich betonen, dass die bewusste Unterscheidung zwischen Auslöser (das Verhalten meines Kindes, das mich an Erlebnisse in meiner Kindheit erinnert und entsprechend reagieren lässt) und der Ursache (die eigentlichen Erfahrungen in meiner Kindheit) ein existentieller Schritt in Richtung Heilung ist.

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„Ich bin zu blöd für GFK!“ – Selbstanklage in Selbstannahme verwandeln

In dieser Woche durfte ich einmal mehr mit einer Gruppe Menschen arbeiten, die sich von der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) einen souveränen Umgang mit ihren Konflikten erhofften. Dabei stand ich vor der Herausforderung, die GFK in nur 7 Stunden zu vermitteln. Alles lief nach Plan und ich konnte die Teilnehmer/innen gut mitnehmen, bis wir zur praktischen Übung empathischer Verbindung gelangten.

Eine Teilnehmerin wurde sehr emotional, warf mir vor, dass das nicht funktioniert, sie diese Art Kommunikation viel zu verletzlich macht und sie es nicht einsieht, für Menschen, die sich offensichtlich „falsch“ verhalten, auch noch Verständnis aufzubringen. Sie legte richtig los und warf der Person, um die es in diesem Konflikt ging, allerhand Dinge vor. Von „selber schuld“ bis hin zu „Schmarotzer“ war alles dabei.

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Wenn ES doch passiert – Warum die guten Vorsätze im gewaltfreien Umgang miteinander manchmal versagen

Es ist Sonntag und bisher ist der Tag wunderbar gelaufen: Zoobesuch mit vielen Tieren und hinreißenden Staun- und Begeisterungsmomenten meines Sohnes: „Oh Mama, guck mal da, die Elefanten!“ Ein leckeres Mittagessen gab es noch obendrauf.

Dann ist es Zeit, nach Hause zu fahren, und plötzlich passiert ES. Mein Sohn bringt eine gefühlte Ewigkeit an der Statue eines Elefanten zu, lässt sich auch mit allen GFK-gemäßen Bitten nicht zum Gehen bewegen und meine Laune sinkt deutlich.

Ich spüre Ungeduld in mir aufwallen, weil wir am Nachmittag noch eine Verabredung haben. Als die Zeit wirklich knapp wird, trage ich ihn gegen seinen Willen zum Auto. Dabei haut er mir die Brille vom Kopf und wirft meine Mütze weg. Bis zu diesem Moment habe ich meine Wut noch im Griff.

Im Auto dann die Eskalation: Er will sich nicht in den Kindersitz setzen, weint, schreit und haut um sich, und ich werde richtige wütend. Stopfe ihn gegen seinen Willen in seinen Sitz und werfe den Motor an. Im Losfahren sage ich noch: „Ich fahre nie wieder mit dir in den Zoo!“ Schon während ich das sage, weiß ich, dass das nicht wahr ist, und bereue meine Worte.

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