7 Aspekte, die mir dabei helfen, das Gleichgewicht in der gewaltfreien Beziehungsarbeit zu halten

Heute Morgen las ich einen Artikel, der mich in seiner Ehrlichkeit in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen in der gewaltfreien oder unerzogenen Beziehungsarbeit innerhalb der Familie stark beeindruckt hat (hier der Link zum Artikel).

Die Autorin Sylvie spricht an, dass Eltern, die sich ernsthaft auf den Weg der Gewaltfreiheit begeben haben oder der Grundhaltung unerzogen nahe stehen (das ist für mich das Gleiche), Gefahr laufen, in eine Falle zu tappen:

Nachdem einmal verstanden wurde, dass bestimmte Handlungen und auch Kommunikationsweisen dem Kind schaden könnten, versuchen Eltern so viel an schädlichen Verhaltensweisen zu vermeiden, wie möglich. Sie fokussieren sich sehr auf die Bedürfnisse der Kinder und versagen sich oder ignorieren dabei die eigenen.

Ebenfalls kommt in dem Artikel die Selbst-Verurteilung der eigenen Handlungen zur Sprache, die in den wenigsten Fällen 100% gewaltfrei sind – ja, gar nicht sein können, weil wir alle noch in alten Erziehungsmustern verhaftet sind.

Was Sylvie in ihrem Artikel anspricht, findet bei mir Zustimmung, a) weil ich es selbst so erlebt habe, b) weil viele Menschen, mit denen ich zu tun habe, genau diese Ängste auf die ein oder andere Weise artikulieren, und c) weil auch ich ein Ungleichgewicht in der Hinsicht, den Kindern nicht schaden zu wollen, beobachten kann.

Deshalb mache ich heute einmal etwas, was ich noch nie so direkt getan habe: Ich greife die Gedanken der Autorin auf und spinne den Faden weiter. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Eltern sich von diesen Ängsten lösen und sich authentisch auf das Familienleben einlassen.

Dahingehend möchte ich Sylvie gerne nochmal zitieren:

„Veränderung von innen heraus braucht Zeit!“

Ja, genau, es braucht Zeit, aber auch Orientierung, Milde und Nachsicht - vor allem mit sich selbst.

Ich habe mich selbst auch gefragt, wie es eigentlich bei mir ist? Wie komme ich dazu, als glühende Verfechterin der Gewaltfreien Kommunikation mich für sie einzusetzen, obwohl ich auch noch einen weiten Weg vor mir habe? Woher nehme ich meinen Optimismus?

Die Antwort, die ich mir geben konnte lautet: Ich habe ein paar Erkenntnisse und Prinzipien oder auch Leitsätze umgewandelt, die mir eine für mich stimmige Orientierung geben. Ich überprüfe an ihnen - immer wieder -, ob ich noch auf dem für mich stimmigen Weg bin. Sie sind wie ein innerer Wegweiser für mich. Zudem können sie anderen Eltern helfen, die Angst vor der Gewalt durch das eigene Handeln zu mindern:

1 - Emotionen dürfen sein

So ganz langsam wird es ja gesellschaftsfähig, dass Kinder Emotionen, z.T. starke Emotionen zeigen dürfen, ohne dass gleich jemand einspringt und sagt:

„Ach, weine doch nicht! So schlimm ist es nicht.“
„Reiß dich mal zusammen! Es gibt keinen Grund, hier so auszuflippen.“
„Jetzt sei nicht so bockig!“

Viele Eltern haben inzwischen begriffen, dass sie ein Teil ihrer psychischen und gesundheitlichen Probleme daher stammt, dass Gefühle unterdrückt werden, weil wir das in unserer Erziehung so gelernt haben. Ich selbst kann davon auch ein Liedchen singen.

Aber dass Emotionen bei jedem von uns sein dürfen, nicht nur bei unseren Kindern, konnte ich dennoch lange nicht akzeptieren oder gar leben. Es gab eine Zeit, da dachte ich, ich müsse alle negativen Emotionen von meinem Kind fernhalten. Ich glaubte, dass es ihm schadet, wenn ich in seiner Gegenwart z.B. wütend bin.

Inzwischen weiß ich, dass ich auch emotional sein darf. Dass ich weinen, schreien, toben und laut lachen darf und dass das okay ist. Ja, dass ich damit sogar richtig authentisch bin und mein Kind lernt: Meine Mama ist keine Supermom, an deren Ideal ich eh nicht herankomme.

2 - Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder haben den gleichen Stellenwert

Genau wie mit den Emotionen verhält es sich auch mit den Bedürfnissen. Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder haben alle den gleichen Stellenwert. Diese Lektion habe ich gelernt, nachdem ich nach dem ersten Lebensjahr meines Sohnes so langsam aus meinem „Geben, geben, geben - Modus“ aufgewacht bin. Ich war ziemlich am Ende und wusste vor allem nicht mehr, was ich selbst eigentlich brauche. Ich war unzufrieden und ausgepowert, eine Kombination mit viel emotionalem Explosionspotenzial, was natürlich entladen werden musste. Und da ich diese Emotionen nicht an meinem Kind auslassen wollte, hatte mein Mann in dieser Zeit einiges zu leiden. (Ich frage mich heute noch, wie er das ausgehalten hat!)

Ich glaube inzwischen, dass viel Leid und Gewalt innerhalb der Familien daher kommen, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse (und Grenzen) nicht achten. Das geht eine Weile gut, aber irgendwann kommt der Moment, wo das System aussteigt, wo wir die Beherrschung verlieren und unsere ganzen Emotionen entladen. Ich glaube, dass in meiner eigenen Kindheit 99% der physischen Gewalt genau aus dieser permanenten Grenzüberschreitung und Missachtung der eigenen Bedürfnisse her rührte.

Die eigenen Bedürfnisse mit denen der anderen Familienmitglieder in Einklang zu bringen, ist natürlich ein Balanceakt. Da braucht es Achtsamkeit, Wohlwollen und auch Verhandlungsgeschick (mehr dazu unter Punkt 3). Allen voran ist es jedoch wichtig, dass wir anerkennen, dass wir als Eltern auch Bedürfnisse haben und dass unsere Kinder Eltern brauchen, die, wie Sylvie es so schön beschreibt:

„... eine deutliche Grenze ziehen, wenn ihre körperliche Beanspruchung ausgereizt ist, die sagen, was ihnen nicht in den Kram passt, die einen Plan für ihr Leben und ihr Glück haben, weil sie wissen, was sie wollen und was sie glücklich macht – unabhängig von ihren Kindern. Eltern, die ihren Weg gehen – obwohl sie Kinder haben oder gerade deswegen – und die nach einer Möglichkeit suchen, dass alle etwas von dem bekommen, was sie brauchen. Eltern, denen ihr eigenes Glück und ihre eigene Zufriedenheit genauso am Herzen liegt wie die ihrer Kinder.“

3 - Verhandlungen sind immer möglich!

Im Lichte der Gewaltfreien Kommunikation ist es immer eine Art Tanz, die eigenen Bedürfnisse im gleichen Maß zu erfüllen wie die der anderen Familienmitglieder. Dabei ist in meiner Familie die Verhandlung ein wichtiges Instrument, um diese Balance zu gewähren.

Es liegt in der Natur der Sache, dass unsere Bedürfnisse hin und wieder kollidieren. Wenn ich Ruhe/Erholung brauche und mein Sohn gerade seinen Bewegungsdrang ausleben will, dann ist nicht die Frage, welches Bedürfnis Vorrang hat, sondern mit Hilfe welcher Strategie wir beide Bedürfnisse erfüllt bekommen. Dann kann ich darüber verhandeln, wie wir beides hinbekommen:

„Ich ruhe mich jetzt noch ein paar Minuten aus, dann gehen wir auf den Spielplatz.“

Das wäre z.B. ein Angebot meinerseits. Lässt sich mein Kind darauf ein, ist alles prima. Passiert das nicht, gebe ich nicht gleich auf, sondern schaue weiter, wie wir beides unter einen Hut bekommen. Gibt es eine Mama eines Spielkameraden die gerade Lust hat, sich mit uns zu treffen? Auf welchem Spielplatz ist die Chance am höchsten, dass andere Kinder dort anzutreffen sind, die mein Sohn kennt? Dort könnte ich dann ein bisschen verschnaufen, während er mit anderen Kindern toben kann.

Die Lösungen oder auch Strategien, um alle unsere Bedürfnisse zu erfüllen sind oft gar nicht so schwer zu finden. Wenn man die Haltung verinnerlicht, dass jedes Bedürfnis sein darf, kommen sie wirklich manchmal wie von selbst.

4 - Wir als Eltern tragen die Verantwortung für die Beziehungsarbeit!

Das ist leicht gesagt. Aber woran mache ich fest, dass ich die Verantwortung wirklich übernehme? Da ist z.B. diese grundlegend falsche Annahme, dass mein Kind oder mein Mann mir meine Gefühle machen können:

„Du machst mich traurig, wenn du so frech bist.“
„Ich bin so verletzt, wenn du dieses oder jenes sagst.“

Nein! Es ist die Bewertung dessen, was ich erleben, was mir meinen Gefühle macht (Siehe dazu auch diesen Artikel).

Mir persönlich hilft dieses Zitat von Marshall Rosenberg, mich daran zu erinnern, dass es wirklich immer um Bedürfnisse geht und dass alles, was mein Kind tut, dem Leben in ihm dienlich ist:

„Niemand tut jemals irgendetwas gegen mich, sondern immer nur für sich!“

Das heißt also, dass ich am wahrscheinlichsten Verantwortung übernehme, wenn ich aus meiner Schmollhaltung heraustrete und klar für die Bedürfnisorientierung im Familienleben eintrete.

Wir sind als Erwachsene diejenigen, die es in der Hand haben, die Balance in der Familie zu halten oder sie herzustellen, wenn sie aus den Fugen geraten ist. Das Mindeste, was wir dahingehend in jedem Augenblick tun können, ist den Blick auf die Gefühle und Bedürfnisse aller von der Situation Betroffenen zu richten. Dabei geht es tatsächlich immer und immer wieder um die (all-)täglichen Situationen. Gelingt es uns, die Bedürfnisse im Blick zu behalten, sie zu erfüllen und die unerfüllten Bedürfnisse zu betrauern, dann handeln wir in der Tat sehr erwachsen und verantwortungsbewusst.

Diese alltäglichen Situationen, mit denen wir im Lichte der Bedürfnisse aller umgehen, sind es letztendlich auch, in denen sich unser Leben abspielt und in denen wir unsere Beziehungen gestalten. Das bedeutet auch, dass wir jeden Augenblick damit anfangen können. Auch dann, wenn wir spüren, dass wir einmal vom Weg abgekommen sind oder etwas aus der Balance geraten ist.

Ein großartiges Hilfsmittel ist für mich dabei die Empathie. Wenn es mir gelingt, mich empathisch in meine Lieben und mich selbst einzufühlen, dann habe ich einen großen Teil der Beziehungsarbeit schon gemeistert (dazu kann ich euch dieses Buch von Jesper Juul sehr empfehlen: Miteinander: Wie Empathie Kinder stark macht).

5 - Ehrlichkeit im Miteinander anstatt immer nett zu sein

Die Fehlannahme, dass Gewaltfreie Kommunikation (GFK) bedeutet, dass man immer nett zueinander ist, frappiert mich wirklich sehr. Leider hält sie sich aus irgendeinem Grund sehr hartnäckig. Es geht aber gerade nicht darum!!!

Die GFK ist nicht der Versuch, meine Forderungen kuschelig zu verpacken und dann jemanden „gewaltfrei“ dazu zu bringen, das zu tun, was ich von ihm will. Es ist genau das Gegenteil:

Manchmal, wenn ich einfach keinen andere Strategie habe, wenn ich z.B. meiner Arbeit nachgehen will, mein Sohn dafür in die Kita „muss“, damit ich „etwas schaffe“, dann nenne ich die Situation beim Namen. Dann säusel ich nicht drum herum: „Aber Schatz, die Mama kommt doch bald wieder und holt dich ab.“

Nein, dann bin ich ehrlich und sage: „Du, ich bringe dich jetzt in den Kindergarten, weil ich arbeiten will. Ich sehe, dass du das nicht magst (oder gar traurig bist deswegen), aber leider weiß ich gerade keine andere Möglichkeit, wer auf dich aufpassen kann, damit ich zum Arbeiten komme.“

Diese Ehrlichkeit hat interessanter Weise schon so einige Szenen und Dramen in unserem Zusammenleben deutlich entschärft. Ich bin immer wieder verblüfft, wie aus Ehrlichkeit auch Kooperation entstehen kann. Denn mein Sohn kooperiert nach solchen Aussagen wirklich wesentlich häufiger, als wenn ich um den heißen Brei herumrede.

6 - Eine wertschätzende und wohlwollende Grundhaltung allen Familienmitgliedern gegenüber (auch sich selbst)

Dieser Aspekt ist unheimlich bereichernd und heilsam gerade mit Blick auf den vorhergehenden Punkt. Ich könnte sehr schnell des Öfteren in die Falle tappen, dass ich „ehrlich“ keine andere Möglichkeit sehe und damit meine Bedürfnisse wieder an erste Stelle vor denen aller anderen setze.

Eine Familie und besonders Kinder leben davon, dass ein wohlwollendes und wertschätzendes Klima vorherrscht. Das ist die Umgebung, in der sie am besten gedeihen. Diese Grundhaltung bei mir selbst zu kultivieren, ist für mich ein echtes Stück Arbeit. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich immer in dieser Haltung verweile. Es muss ja von innen heraus kommen und steht in engem Zusammenhang damit, wie ich auch mir selbst gegenüber eingestellt bin:

Kann ich jedem Gefühl zugestehen, dass es sein darf?
Kann ich mir selbst gegenüber Milde walten lassen, wenn ich einen Fehler gemacht habe? Komme ich heraus aus destruktiven und abwertenden Gedanken mir selbst gegenüber?

Es gibt eine Reihe von kleinen Tests, anhand derer man überprüfen kann, wie es um die eigenen Haltung steht:

Wie reagiere ich innerlich auf die Ablehnung einer Bitte?
Wie denke ich gerade über den Anderen?
Wie gehe ich mit Fehlern oder Unfällen um? (Bei mir selbst und bei anderen.)
Wie gelingt es mir, Stress und Hektik abzubauen?
Wie bin ich in der Lage, anderen ihre Bedürfnisse zuzugestehen?

Mitgefühl und Wohlwollen schule ich persönlich durch mein Achtsamkeitstraining und die tägliche Meditation. Beides fördert das Einfühlungsvermögen in andere und in mich selbst. Je tiefer ich an die Emotionen herankomme, desto mehr gelingt es mir, alles zu sehen, was in mir und dem Anderen lebendig ist. Dann komme ich wieder in diese tiefe innige Berührung, die mein Mitgefühl und mein Wohlwollen fördert.

7 - Vertrauen, dass unsere Kinder beitragen wollen

Die Anhänger der GFK gehen davon aus, dass es uns allen von Natur aus Freude bereitet, zum Wohlergehen der anderen beizutragen. So auch unseren Kindern. Darum vertraue ich darauf, dass mein Sohn grundlegend seinen Teil in unserer Familie beitragen will.

Den Beleg dafür bekomme ich, wenn ich meine Sohn genau beobachte: Er will z.B. alles das tun, was wir tun. Jede Aktivität, die wir ausüben (im Garten graben, abwaschen, kochen, ja sogar Wäsche aufhängen), wird begeistert nachgeahmt. Zudem sammelt er Dinge (Steine, Pflanzen, Stöcke, etc.) und schenkt sie mir oder meinem Mann. Das ist wunderbar: Er teilt seine Schätze mit uns! Das alles sind Zeichen dafür, dass er nicht nur beitragen will, sondern dass er ein Teil von uns sein will. Das wiederum ist ein guter Beleg dafür, dass er auch zur Erfüllung unserer Bedürfnisse beitragen möchte. Er kommt ja auch vielen Bitten, die ich täglich an ihn richt nach.

Die Konflikte entstehen dort, wo genau dieses gegenseitige Beitragen aus der Balance geraten ist. Immer dann, wenn mein Sohn starken Widerstand leistet, ist das ein Signal für mich. In diesen Situationen zeigt sich eine große innere Not. Denn nichts anderes ist Widerstand und aggressives Verhalten. Egal, wer es an den Tag legt, es birgt immer den Hinweis, dass dort Bedürfnisse nicht gesehen werden.

So achtsam und einfühlsam, wie ich mit meinem Kind und meinem Mann bin, möchte ich auch mit mir selbst sein. Dann erst sind wir als Familie wahrlich in einem harmonischen Zustand. In diesen Momenten wird das Zusammenleben leicht und wunderbar. Dann erlebe ich Gewaltfreiheit und das Unerzogensein als innere Haltung. Erst dann wird es zu einem Handlungsfeld, das ich als Befreiung empfinde und nicht als weiteres Dogma.

Wie immer bin ich gespannt, wie es dir mit dem heutigen Artikel geht. Hinterlasse gern einen Kommentar oder schreib mir eine Mail: mareike@liebevollefamilie.de.

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About Mareike

Mein Herzensthema sind gewaltfreie Beziehungen zu Kindern leben. Motiviert durch meine eigenen Kindheitserfahrungen möchte ich dazu beitragen, dass Kinder heute fernab von Strafen, Drohungen, Manipulationen und physischer Gewalt aufwachsen können. Vor 5 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation und übe mich mit meiner kleinen Familie seither im gewaltfreien Miteinander. Ich kann sagen, dass es funktioniert und ich mein Familienleben als wunderbar und entspannt und freudvoll empfinde. Aus tiefer Überzeugung möchte ich mit anderen Eltern teilen, dass unser Zusammenleben so ungemein verschönert werden kann, wenn wir ablassen von alten Denkmustern hinsichtlich der Erziehung. Am besten lassen wir ganz die Finger davon und konzentrieren uns auf unsere Bedürfnisse. Das ist der Schlüssel zu mehr Frieden...

5 thoughts on “7 Aspekte, die mir dabei helfen, das Gleichgewicht in der gewaltfreien Beziehungsarbeit zu halten

  1. Das war wirklich ein toller, anschaulicher Artikel. Vielen Dank dafür. Ich hinterfrage immer wieder, ob und wie wir gut zusammen leben können und Impulse wie Dein Artikel sind da gold wert! Unerzogen oder Gewaltfrei leben ist eben ein Prozess. So eine gut strukturierte Erinnerung hilft mir enorm mich wieder neu zu reflektieren, einzuordnen und für die Zukunft zu lernen. Ich sehe, was bei uns gut läuft und wo es Verbesserungspotenzial gibt. (fast schon wie eine Checkliste, was ja für GFK oder Unerzogen kaum möglich ist, weil alles so komplex und situationsbedingt ist.)
    Der Artikel ist genau, was ich gerade gebraucht habe!

  2. Liebe Mareike!

    Dein Artikel hat für mich vieles sehr anschaulich zusammengefasst. Unser Sohn ist 2,5 und die Tochter 2 Monate. Bis kurz vor der Geburt bin ich echt gut klargekommen mit ihm, aber als er eine sehr aktive Phase hatte und ich so hochschwanger nicht mehr ganz mitkonnte, sowie jetzt mit dem „neuen“ Baby in der Familie stoße ich immer wieder an meine Grenzen (dass wir leichtsinnigerweise gerade Haus bauen und mein Mann deshalb sehr wenig zu Hause ist bzw. selbst einer sehr hohen Belastung durch Arbeit, Baustelle und Familie ausgesetzt ist, ist der ganzen Situation natürlich auch nicht gerade zuträglich). Diese selbst rechtzeitig zu erkennen, zu wahren und entsprechend zu kommunizieren, ist derzeit meine große Baustelle. Mit GFK direkt habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt, aber hier und dort mit unerzogen und verwandten Themen. Ich habe gesehen, dass ich vieles aus dem Bauch heraus eh in diese Richtung mache (ich habe zum Glück keine großen Lasten aus meiner Kindheit), aber es ist einfach immer ein Balanceakt, der eben nicht immer gelingt. Mein Mann kann da nicht immer ganz mit und meint, dass ich mich (manchmal) zu sehr aufopfere (ein altes Mütter-Leiden??), und wahrscheinlich hat er recht damit. Ich muss einfach noch an mir arbeiten, und ja, es braucht Zeit…
    Danke für deine inspirierenden Artikel, die zum Reflektieren einladen!

    1. Liebe Angela,
      ich danke dir für deine offenen Worte und dein erbauliches Feedback. Ja, das Haushalten mit den Kräften ist eine Kunst und vor allen auch der Umgang mit dem „müssen“. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft in dieser intensiven Phase.
      Alles Liebe
      Mareike

  3. Liebe Mareike,
    eigentlich könnte dein Beitrag auch „Die Schattenseite von GFK“ heißen 🙂 …. jedenfalls beschreibst du sehr konkret die Punkte, die auch bei diesem Thema viel mit innerer Arbeit und Haltung zu tun haben. Danke fürs Weiterspinnen, das war für mich sehr inspirierend. Ein schöner Beitrag! Ich freue mich mehr von dir zu lesen! Alles Liebe!
    Sylvie

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