„Ich bin nicht gut genug.“ – Über die Macht und die Überwindung eines Glaubenssatzes aus der Kindheit

Wieder zurück aus dem Urlaub, möchte ich meinen Schwung heute nutzen, um ein Thema anzufassen, auf dem ich schon eine Weile herumkaue, weil es mich aktuell sehr bewegt:

„Ich bin nicht gut genug!“

Das ist ein tief sitzender Glaubenssatz, der mir in den letzten Monaten immer wieder begegnet ist.

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Das Mantra der guten Gründe

Mit dem Herzen hören und sehen lernen

In der letzten Woche habe ich viel Energie getankt. Ich besuchte einmal mehr ein Seminar zum Thema "Gewaltfreie Kommunikation (GFK)", diesmal mit dem Fokus auf Kinder. Da sich der Titel mit meinem eigenen Herzensthema befasst, konnte ich nicht widerstehen und habe 3 tolle GFK Tage mit Gleichgesinnten verbracht. Mir ist in diesen intensiven Tagen wieder einmal bewusst geworden, dass die Gewaltfreie Kommunikation wirklich mein Weg ist :-). Weil sie eine Sprache ist, die aus dem Herzen kommt. Die Umsetzung der GFK orientiert sich zwar an einem 4-Schritte Modell, aber sie hängt stark von meiner inneren Haltung ab. Die Methode ist dabei nur das Hilfskonstrukt.

Ich möchte heute einen Aspekt der GFK aufgreifen, der mich während des Seminars sehr berührt hat. Diesen sehe ich als einen "Schlüssel" an, mit dem man auch ohne weitere GFK Kenntnisse schon sooooo viel Entspannung in jede Art Beziehung bringen kann. Und nun Trommelwirbel, jetzt kommt es:

Das Mantra der guten Gründe

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Mehr Leichtigkeit im Alltag

Das Leben mit meinem Kind findet Jetzt statt!

Seitdem ich Mutter geworden bin, hat mein Stresspegel in einem Maß zugenommen, dass ich mir vorher nicht hätte träumen lassen. Manchmal habe ich das Gefühl erdrückt zu werden von der Flut an Entscheidungen die ich treffen soll, dem engmaschigen Zeitplan zwischen beruflicher Tätigkeit, ehrenamtlichen Verpflichtungen und der Organisation meines Alltags plus dem meines Kindes.

Gleichzeitig weigere ich mich, mich von dieser Hektik so treiben zu lassen, dass ich das Gefühl habe erst wieder frei zu sein, wenn mein Kind aus dem Haus ist. Ich will die Zeit mit meinem Kind bewusst erleben, will so viele Momente wie möglich genießen und mich nicht in 10 Jahren fragen müssen: "Wo ist die Zeit hin?". Oder mir vorwerfen: "Ach hätte ich doch die Zeit mit meinem Kind intensiver erlebt."

Ja genau! Das ist mein Ideal: Das Leben genießen und die gemeinsam Zeit bewusst zu verbringen. Das weiß ich inzwischen und trainiere mich darin, jeden Tag.

Aber wie kann das gehen, wenn man sooooo viel Stress hat?

Ich will euch heute mal ein paar Tipps mitgeben, die das eigene Mindset auf "den Alltag genießen" ausrichten:

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Vom Glück des Trödelns

Wie ich mich gelassener auf das Tempo meines Kindes einlassen kann

Mein Söhnchen ist in letzter Zeit ein echtes "Bummelkind" geworden. Viele Alltagsabläufe dauern länger, weil er neue Dinge entdeckt, spielt oder etwas "selber machen" will. Das ist besonders morgens eine echte Herausforderung. 

Aber was erzähle ich den erfahrenen Eltern hier? Ich wette mit euch, Jeder! kennt dieses Phänomen, das besonders dann auftritt, wenn wir es eilig haben.

Nun habe ich aber überhaupt keine Lust, mich davon länger stressen zu lassen. Deshalb habe ich das "Trödelverhalten" meines Sohnes genauer unter die Lupe genommen. Je mehr ich es beobachte und mich auch belesen habe, desto mehr kann ich mich mit dem Trödeln anfreunden. Aber lest selbst!

Trödeln ist ganz normal

Das Kinder trödeln liegt einfach daran, dass ihr Gehirn auf einen Situationswechseln noch nicht so flexibel reagiert, wie das eines Erwachsenen. D.h. gerade die situativen Übergänge (z.B. anziehen und nach draußen gehen, Abends ins Bett gehen, etc.) sind für die Kleinen schwieriger, weil sie sich dann lösen müssen von warmer Kleidung, dem Spielzeug, den Eltern, etc. Sie brauchen einfach ein bisschen mehr Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen.

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5 Indizien, wie wir durch Gedanken unsere Welt erschaffen

Meine Überzeugungen sind meine Filter

Wenn mir jemand vor 5 Wochen gesagt hätte, dass die anstehende Zeit so intensiv, schmerzhaft und gleichzeitig so reich an Erkenntnissen wird, hätte ich ihn/sie vermutlich ausgelacht. Heute möchte ich das Thema der vergangenen 2 Wochen noch ein bisschen vertiefen und euch gerne weitere Einsichten über mein/dein Kopfkarussell weitergeben, dass mich/dich jeden Tag begleitet. 

1 - Denken ist Glauben

Jeden Tag produzieren wir einen Gedanken nach dem anderen. In alltäglichen, gewöhnlichen Situationen fällt das kaum jemandem auf. Bewusst wird mir dies immer während meiner Meditationssitzungen, dann wenn ich Stille möchte. Die Lautstärke meines Geistes im Alltag wurde mir allerdings erst so richtig bewusst, seitdem ich Trauerarbeit leiste. Der ununterbrochene Gedankenstrom - besonders an negativen Gedanken - ist so laut, dass ich nicht umhinkam hin und wieder zuzuhören. Und was ich dabei entdeckte, war ziemlich schockierend: Ich werde jeden Tag durchströmt von vagabundierenden Fantasien und destruktiven Alltagsgedanken. 

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Die Magie des Annehmens von Menschen und Situationen

Annahme - ein für mich erfolgreiches Experiment

Nachdem ich letzte Woche von der heilsamen Wirkung der Betrachtung von Bedürfnissen hinter meinen negativen Gefühlen berichtet habe, ist mir heute danach, euch an einer weiteren wichtigen Komponente meines Trauer Verarbeitungsprozesses teilhaben zu lassen:

Die Annahme der Situation

Es mag vielleicht einfach klingen, aber die Wahrheit ist, dass die Annahme der Tatsache, dass mein Vater tot ist, ein Prozess ist. 

Jedes mal, wenn ich mich bewusst mit diesem Fakt konfrontiere, wallen enorm viele Gefühle in mir auf. Mein erster Reflex war noch vor wenigen Tagen, diese wieder weg zu schieben, weil Schmerz und Trauer einfach keine schönen Gefühle sind. Es tut enorm weh. Dennoch lohnt es sich für mich, hin zu schauen und den Schmerz anzunehmen. Ich versuche hierbei ihn so klar wie möglich wahrzunehmen, ohne dabei etwas hinzu zu fügen oder etwas weg zu lassen: "Da ist Schmerz."

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3 befreiende Fakten über negative Gefühle wie Wut und Trauer

Schwierige Situationen gehen oft mit vielen negativen Gefühlen einher. Ich erlebe dies gerade sehr intensiv, denn die Trauerarbeit nach einem Todesfall im engsten Familienkreis ist der Extremfall einer "schwierigen Situation". Ich sehe mich gerade täglich mit einer Vielzahl negativer Gefühle konfrontiert. Das Repertoire reicht dabei von Schmerz, Trauer, Niedergeschlagenheit über Wut bis hin zu Schuldgefühlen. Da ich zu den Menschen gehöre, die nicht gerne leiden, habe ich, anstatt mich in einer Ecke zusammen zu rollen und weiter zu leiden, mich aktiv mit diesem ganzen Gefühlschaos auseinander gesetzt. Dabei kamen mir ein paar erhellende Einsichten, die mir sehr helfen und mich so langsam wieder auftauchen lassen aus dieser emotional sehr dunklen Phase.

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Die innere Arbeit in der Elternrolle

DurchatmenAls Eltern erledigen wir einen anstregenden, herausfordernden und in der Regel unbezahlten Job. Wie viele andere Eltern habe auch ich mich ohne klare Strategie auf das Abenteuer "Eltern sein" eingelassen. Ich habe es abgelehnt, mich im Vorfeld mit 1000 Ratgebern über Erziehung zu befassen, denn ich bin der Meinung, dass man "Eltern sein" auch tatsächlich nur lernen kann, während dessen man diese Aufgabe erfüllt.

Dennoch wünschte ich mir manchmal einen Elternrategeber, der sich damit befasst, wie ich meine inneren Erfahrungen, Gedanken und Gefühle (Schmerz, Zweifel, Kummer, Sorgen, etc.) besser managen kann.

Manchmal packt mich nämlich ein Gefühl der Panik und ich habe Zweifel daran, dass ich der ganzen Verantwortung gewachsen bin. Dann nagt an mir die Frage, wie sehr sich wohl mein "Erziehungsstil" auf Herz, Seele und Bewusstsein meines Kindes auswirken wird, wie sehr seine Zukunft also von meinem gegenwärtigen Handeln geprägt sein wird?

Ich glaube, dass ich mit dieser Anforderung als Mutter nur dann fertig werden kann, wenn ich mich auf mein Herz und meine tiefsten menschlichen Instinkte verlasse. Mir ist bewusst, dass ich dabei selbst natürlich auch Prägungen aus meiner eigenen Kindheit mit mir herum trage - positive wie negative. Dass ich jeden Tag Gefahr laufe, mich automatisierten Verhaltensmustern, die ich in meiner Kindheit erlernt habe hinzugeben.

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Empathie und Mitgefühl…

... sind die Triebfeder einer liebevollen Verbindung zu unseren Liebsten. Sie gehören zudem zur Grundhaltung der Gewaltfreien Kommunikation. Wenn wir es schaffen, uns empathisch mit jemandem zu verbinden, brauchen wir keine GFK Technik mehr, dann ist das die alles heilende lebendige Verbindung, die wir im anderen suchen.

Es gibt viele Baustellenempathy, an denen m.E. nach der Einsatz von Empathie heilende Wirkung haben kann. Das ist gültig für den kleinen intimen Bereich der Familie aber auch Angesichts der aktuellen weltweiten Entwicklungen.

Die empathische, mitfühlende Grundhaltung ist das Herz einer liebevollen Verbindung. Aber was ist das? Wann bin ich empathisch?

Empathie bedeutet völlige Präsenz. Ich stimme dem anderen zu, wie er ist. Dabei verfolge ich nur eine Absicht: Die andere Person wahrzunehmen, wie sie sich fühlt, und welche Bedürfnisse sie hat. Wenn ich zuhöre, bin ich ganz beim Gegenüber.

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Fangen wir einfach klein an

cropped-Daddy-carrying-son.jpgMein Leben dreht sich derzeit viel um meinen kleinen Sohn (22 Monate alt). Ich übe mich mit ihm und meinem Mann in Achtsamkeit und Gewaltfreier Kommunikation (GFK). Da kam mir der Gedanke, die Beobachtungen und Erfahrungen aus meinem Alltag mit anderen zu teilen. Die Gewaltfreie Kommunikation mit (Klein)Kindern ist ein irre spannendes Thema und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Eltern Interesse an dem Thema haben.

Mein kleiner Sohn ist ein sehr forderndes Kind, was wohl auch mit meinem Erziehungsansatz, ihm viel Liebe ,Aufmerksamkeit, Verständnis und Zuwendung angedeihen zu lassen, zusammen hängt.

Ich liebe es, Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Gleichzeitig ist das auch manchmal eine große Herausforderung für mich, da er sehr willensstark und entsprechend "anstrengend" ist. Das enthält wiederum eine Menge Lernpotential für mich. Denn eigentlich harmoniert es mit ihm nur dann richtig gut, wenn ich adäquat auf seine Bedürfnisse eingehe. Je mehr ich gegen halte, desto stressiger wird es. Daher liegt meine Herausforderung darin, seine Bedürfnisse zu identifizieren und ggf. konfligierende Bedürfnisse (mit meinen eigenen) zu verhandeln. Damit bin ich auch schon mittendrin im Kernansatz der GFK.

Die "Erziehung" von Kindern wird heutzutage immer mehr auch an ihren Persönlichkeiten ausgerichtet (na Gott sei Dank). Dennoch wird das zentrale GFK Thema Bedürfnisse m.E. nach nicht genug behandelt. Wir müssen uns als Eltern immer wieder vor Augen halten, dass Kinder nie irgendetwas gegen uns tun, sondern immer nur für sich selbst. D.h. sie setzten sich mitunter stark für ihre eigenen Bedürfnisse ein und können uns damit ziemlich herausfordern. Wie gehen wir also damit um?

Da besonders Kleinkinder sich oft noch nicht verständlich ausdrücken können, aber trotzdem schon genau wissen was sie wollen, sehe ich hier in meinem persönlichen Leben derzeit das größte Konfliktpotenzial. Es gibt Phasen, da flutscht vieles, aber dann gibt es Phasen, da geht der Stress schon beim morgendlichen Anziehen los (kennt ihr das?). Genau so eine Phase haben wir gerade.

Ich muss derzeit oft bereits morgens all meine Achtsamkeit und liebvolle Grundhaltung mobilisieren, um meiner aufkeimenden Frustration und auch Wut nicht die Oberhand zu geben. Ja, es ist unendlich frustrierend nach einer turbulenten Nacht ein quengelndes Kind für den Tag anzuziehen. Das zerrt an den Nerven.

Es hilft mir aber, mich daran zu erinnern, wie klein mein Sohn eigentlich noch ist, wie viel ich ihm abverlange, wenn ich ihn morgens zur Tagesmutter gebe, damit mein Mann und ich uns um den Erwerb unseres Familieneinkommens kümmern können.

 

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