„Du machst mich wütend!“ Warum dieser Vorwurf ein Irrtum ist

Heute sprach ich in meiner Facebook Gruppe Live über einen Vorwurf, den wir alle schon mal gehört und/oder selbst angewandt haben:

„Du machst mich so wütend!“

Nachdem mich einige Mails erreichten, dass manche Menschen eben nicht auf Facebook sind und trotzdem gern das Video schauen würden, stelle ich es einfach als Vlog ein.

Ich wünsche dir viele gute Aha-Effekte:

Und wenn du jetzt merkst, da sind noch viele Fragen in dir oder du hast Lust mehr zu lernen, dann schreib mir gern eine Mail unter liebevollefamilie@gmail.com.

Das Thema Gedanken und ihren Einfluss auf unsere Gefühle beackere ich auch ganz intensiv in den 8 Modulen meines Wut-Kurses. Also wenn du Lust hast, schau da mal rein.

Alles Liebe

Mareike

„Du weinst wie ein Mädchen!“ – Es ist Zeit, dass Männer ebenfalls Gefühle ausdrücken dürfen und wir die herkömmliche Erziehung von Jungs über Bord werfen

„Du weinst wie ein Mädchen!“ – Es ist Zeit, dass Männer ebenfalls Gefühle ausdrücken dürfen und wir die herkömmliche Erziehung von Jungs über Bord werfen

„Mareike, deine Arbeit und dein Blog sind toll, ich mache super Fortschritte. Aber wie bekomme ich meinen Mann ins Boot? Ich möchte meine Beziehung zu ihm verbessern und es fällt mir so schwer, weil er nicht über seine Gefühle redet. Ich habe keine Ahnung, was in ihm vorgeht.“

So oder so ähnlich werde ich häufiger von den Frauen in meinen Vorträgen und Seminaren angesprochen. Ich höre ihre Verzweiflung und den Wunsch, einen emotionaleren Zugang zu ihren Partnern zu bekommen.

Wenn du ein Mann bist, der vielleicht von seiner Frau dazu „verdonnert“ wurde, diesen Artikel zu lesen, dann hoffe ich, dir vielleicht einige Impulse geben zu können. (mehr …)

Was deine Wut mit deinen Gedanken und deiner inneren Haltung zu tun hat

Was deine Wut mit deinen Gedanken und deiner inneren Haltung zu tun hat

Warum passiert es uns eigentlich ausgerechnet gegenüber unseren Kindern häufiger, dass wir heftige Wutausbrüche bekommen? Warum schreien wir gerade die Menschen an, die wir am meisten lieben? Eigentlich sollte es ja so sein, dass wir unsere Lieben mit besonders viel Nachsicht, Achtsamkeit und Hingabe begegnen und dass wir sie – weil wir sie so lieben – mit all unserer Zuwendung überschütten.

Mich suchen regelmäßig Menschen auf und fragen um Rat, weil sie die Familie als Kriegsschauplatz erleben anstatt liebevoll miteinander zu agieren. Durch das genauere Beobachten meiner eigenen Wutmuster und die Auswertung vieler Gespräche und Coaching-Sitzungen, die ich im Laufe meiner Arbeit bereits geführt habe, konnte ich mehrere Dimensionen entlarven, die mit unseren, häufig als unwillkürlich erlebten, Wutausbrüchen im Zusammenhang stehen. (mehr …)

Wenn ES doch passiert – Warum die guten Vorsätze im gewaltfreien Umgang miteinander manchmal versagen

Wenn ES doch passiert – Warum die guten Vorsätze im gewaltfreien Umgang miteinander manchmal versagen

Es ist Sonntag und bisher ist der Tag wunderbar gelaufen: Zoobesuch mit vielen Tieren und hinreißenden Staun- und Begeisterungsmomenten meines Sohnes: „Oh Mama, guck mal da, die Elefanten!“ Ein leckeres Mittagessen gab es noch obendrauf.

Dann ist es Zeit, nach Hause zu fahren, und plötzlich passiert ES. Mein Sohn bringt eine gefühlte Ewigkeit an der Statue eines Elefanten zu, lässt sich auch mit allen GFK-gemäßen Bitten nicht zum Gehen bewegen und meine Laune sinkt deutlich.

Ich spüre Ungeduld in mir aufwallen, weil wir am Nachmittag noch eine Verabredung haben. Als die Zeit wirklich knapp wird, trage ich ihn gegen seinen Willen zum Auto. Dabei haut er mir die Brille vom Kopf und wirft meine Mütze weg. Bis zu diesem Moment habe ich meine Wut noch im Griff.

Im Auto dann die Eskalation: Er will sich nicht in den Kindersitz setzen, weint, schreit und haut um sich, und ich werde richtige wütend. Stopfe ihn gegen seinen Willen in seinen Sitz und werfe den Motor an. Im Losfahren sage ich noch: „Ich fahre nie wieder mit dir in den Zoo!“ Schon während ich das sage, weiß ich, dass das nicht wahr ist, und bereue meine Worte.

Während der Fahrt schläft mein Sohn völlig erschöpft ein und mir ist hundeelend zumute. Da, ES ist mal wieder passiert! Meine Wut hat die Oberhand gewonnen und ich habe meinem Sohn Gewalt angetan.

Wie kann es sein, dass dieses ES nach fast 5 Jahren GFK-Training, beinahe täglicher Arbeit mit dem Thema und einer gewaltfreien Grundhaltung immer noch hin und wieder die Kontrolle übernimmt?

Zugegeben, solche Entgleisung meinerseits sind selten geworden, aber sie kommen eben hin und wieder vor. Ich nehme diesen Beitrag heute zum Anlass, diesem „Warum ES passiert“ auf den Grund zu gehen, und habe einige plausible Antworten gefunden.

Die erste wichtige Erkenntnis aus meiner Recherche ist, dass ich in solchen Momenten unwillkürlich handle. Ich möchte gern genau erklären, was dabei passiert und komme dafür nicht umhin, ein bisschen über den Aufbau und Funktionsweise unseres Gehirns zu erzählen:

Im Mittelhirn, der Teilbereich, der auch limbisches System genannt wird, entsteht ES. Das ist der Bereich unseres unwillkürlichen Reagierens. Von dort aus passiert ES, dass ich meinen Sohn nicht willentlich anschreie, ihn ruppig behandle oder ihm mit Strafen drohe.

Das limbischen System ist von enormer Bedeutung, um für unser Überleben zu sorgen. Es handelt sich hierbei sozusagen um ein „Frühwarnsystem“, in dem alle bisherigen Situationen, die wir als Gefahr erkannt haben, abgespeichert sind. Jede neu erlebte Situation wird in einer Art Sicherheitscheck mit den hier gespeicherten Informationen abgeglichen und entsprechend als harmlos oder gefährlich eingestuft.

Wird eine Gefahr erkannt, werden Nervenimpulse ins Gehirn geschickt, die dann wiederum abgespeicherte Handlungsmuster aktivieren. Wenn dieses System Alarm schlägt, werden Stresshormone, wie z.B. Adrenalin, ausgeschüttet. Der ganze Körper bereitet sich auf einen bevorstehenden Kampf oder eine angeratene Flucht vor: Der Blutdruck steigt, der Darm entleert sich, Muskeln werden aktiviert.

Das geht so schnell, dass das bewusste Gehirn erst hinterher bemerkt, welche Gefahr in der Situation drohte. Dieser „Programmablauf“ hat durchaus seinen Sinn, denn bei einer echten Gefahr sind wirklich blitzschnelle Reaktionen gefragt, wofür das Großhirn einfach zu träge ist. Das springt erst ein, wenn die Gefahr vorüber ist, und ermöglicht uns dann gelassen zu überlegen, was als nächstes zu tun ist.

Der Mandelkern im limbischen System bewertet alle Informationen am Großhirn vorbei und kategorisiert diese im Hinblick auf Gefahren und Bedrohungen. Hier ein Beispiel dazu:

Wenn ein Kind rennt und hinfällt, macht es die Erfahrung, dass es, wenn es zu schnell rennt, hinfallen kann. Ein experimentierfreudiges Kind wird mit den Geschwindigkeiten spielen und sehen, wie schnell sein Maximum ist, bevor es fällt. Ein vorsichtiges Kind wird nach dieser Erfahrung (je nach Schmerzintensität) seine Geschwindigkeit eher nach unten regulieren und/oder häufiger auf die Warnung der Eltern hören.

Auch soziale Schmerzerfahrungen, wie z.B. Liebesentzug, werden im Mandelkern gespeichert.

Dieser Teil des Gehirns speichert alle Informationen auch im Zusammenhang mit den dabei empfundenen Emotionen ab. Diese sind an all unsere Erlebnisse geknüpft und das ist auch der Grund, weshalb wir in der Gewaltfreien Kommunikation davon ausgehen können, dass unsere Gefühle ein Hinweis darauf geben, ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht. Der Speichervorgang im Mandelkern unseres Gehirns erfolgt als Kategorisierung unserer Erlebnisse mit Blick auf den Zustand unserer Bedürfnisse (gutes Gefühl = Bedürfnis erfüllt, schlechtes Gefühle = Bedürfnis nicht erfüllt).

So erklärt sich z.B. auch, wie es sein kann, dass unsere Gemütszustände oft auch mit der Begegnung von verschiedenen Personen schwanken, je nachdem nämlich, welche früheren Erfahrungen wir mit diesen Personen gemacht haben.

Soweit die Theorie. Aber was genau hat das jetzt mit meinem Wutausbruch letzten Sonntag zu tun?

Nun, im Mandelkern werden auch Details gespeichert, die mit Situationen zusammenhängen, an die wir uns nicht bewusst erinnern können. Wenn ich z.B. einen schrecklichen Sturm erlebt habe, dem ich nur knapp entkommen bin, dann werde ich vielleicht immer, wenn der Wind heftiger weht und ich das Rauschen von Blättern höre, Angst bekommen, vielleicht sogar eine Panikattacke.

Auch können Details wie Haarfarbe, Größe eines Menschen usw. uns in Schrecken versetzen, wenn wir mit Menschen, die dieselben Merkmale haben, schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich kenne z.B. eine Frau, die überzeugt ist, dass alle dunkelhaarigen Männer schlecht sind: Sie ist in einer Beziehung mit einem dunkelhaarigen Mann gewesen und von diesem verprügelt worden.

Rauschende Blätter und eine dunkle Haarfarbe können also Auslöser (Trigger) für Gefühle wie Angst oder Panik sein. Die Gefahr der längst vergangenen Situation wird erneut gespürt und vom Betroffenen so wahrgenommen, als ob es jetzt passiert. Obwohl der Betroffene jetzt in Sicherheit ist, wird er von den Gefühlen überrollt und die damaligen Abwehrmechanismen sind bereits aktiviert.

Somit ist der Wutausbruch meines Sohnes der Auslöser für meine Wut gewesen, allerdings nicht die Ursache. Da ist jetzt die spannende Frage, mit welchem früheren Erlebnis ich das in Verbindung bringe?

Ich habe diese ganze Woche damit zugebracht, auf der Situation gedanklich viel „herumgekaut“ und auch immer wieder hineingespürt. Die Wut meines Kindes habe ich dabei immer wieder auf mich wirken lassen. Mir ist in diesem Prozess deutlich in Erinnerung gekommen, wie wütend meine Eltern häufig waren. Ich hatte ein lebhaftes Bild meines wutschnaubenden Vaters vor mir, der dabei gewalttätig wurde. Ich erinnerte mich zudem an viele Streitigkeiten auch unter uns Geschwistern, die ich emotional eigentlich nur überlebt habe, weil ich mich gewehrt habe, indem ich selbst wütend wurde.

Die Wut meines Kindes macht mich also wütend, weil es ein unbewusst erlernter Schutzmechanismus ist!

Mit dieser Erkenntnis habe ich andere Gefühle durchlebt: Scham und Reue waren sehr deutlich spürbar. Ich wollte wieder gut machen, was ich vergangenen Sonntag getan habe oder wenigstens eine Gelegenheit herbeiführen, in der ich souveräner damit umgehe.

Wie es der Zufall oder der Lehrmeister „Leben“ so will, hatte ich gestern eine ähnliche Situation, in der ich noch einmal den Umgang mit dieser Wut üben durfte. Das Setting war dem vom Sonntag verblüffend ähnlich:

Gestern hatten wir um 16.15 Uhr einen Familien-Friseurtermin. Ich weiß, dass mein Sohn sich nachmittags im Spiel mit seinen Freunden in der Kita wirklich nur sehr widerwillig losreißen kann. Also dachte ich, dass ich mich am besten schon 15.15 Uhr in der Kita blicken lasse, dann haben wir 45 Minuten, um Abschied zu nehmen und uns auf den Weg zu machen. Mein Sohn war, wie erwartet mit seiner kleinen Truppe von Freunden auf dem Laufrad unterwegs. Sie spielten quietschvergnügt „Polizeieinsatz“. „Na klasse“, dachte ich, „das wird heute eine extra große Herausforderung!“

Aber da wir noch Zeit hatten, blieb ich erstmal gelassen und habe ihm seine Extrarunden zugestanden, ihm gesagt, dass wir bald einen Friseurtermin haben, er aber noch ein bisschen fahren darf. Was er freudestrahlend auch tat. Dann habe ich überlegt, wie ich es anstellen kann, ihn loszueisen.

Ich dachte mir, es sei klug, seine Freunde mit einzubeziehen, also sagte ich zu seiner dicksten Freundin: „Du, der Richard hat dann gleich mit mir einen Termin beim Friseur. Ich sehe aber, dass ihr noch gerne spielen wollt.“

Die Antwort des kleinen Mädchens hat mich echt verblüfft: „Ach, das ist kein Problem, es sind ja noch andere Freunde da zum Spielen.“ Sie bot mir sogar an, meinen Sohn zu mir zu bringen.

Mein Sohn sah das aber anders. Er wollte nicht mitkommen. Da ich aber absolut keine Lust zum Streiten hatte, wartete ich noch ein bisschen ab, bis die Zeit wirklich heranrückte, in der wir gehen mussten. In der Zwischenzeit konfrontierte ich meinen Sohn immer wieder freundlich damit, dass wir bald „zum Friseur“ los wollen. Das habe ich extra betont, um ihn neugierig zu machen. Seine kleine Gang hatte sich zwischenzeitlich glücklicherweise auch irgendwie weiter verteilt, sodass ich dann mit ihm allein war und ihm dabei zusah, wie er mit seinem Laufrad eine kleine Schräge herunter fuhr und dabei offensichtlich sehr viel Spaß hatte.

„Mist“, dachte ich, „die Tatsache, dass seine Freunde jetzt woanders spielen hebt seine Lust mitzukommen auch nicht besonders.“ Also habe ich ihn in ein Gespräch verwickelt, ihn gefragt, ob ihm das Laufradfahren Spaß macht und er hat mir freudig seine „coolen“ Stunts mit dem Rädchen gezeigt.

15.55 Uhr, es wird wirklich langsam Zeit, aufzubrechen. Ich spüre die Unruhe in mir aufsteigen und konzentriere mich bewusst auf meinen Atem. Plötzlich fällt mein Sohn mit dem Laufrad um und ich nutze die Gelegenheit, hebe ihn auf und trage ihn Richtung Ausgang. Da, er haut mich wieder und die Brille fällt wieder runter (Ich muss meinem Optiker für die Empfehlung dieses Modells danken: Es ist wiederholt alles heil geblieben).

Ich bleibe dank der vorherigen Konzentration auf meine Atmung gelassen, sage zu dem ganzen Vorgang nichts, bleibe ruhig, hebe die Brille auf, gehe weiter. Plötzlich erlebe ich einen Stimmungsschwenk bei meinem Sohn. Eben noch total wütend, sagt er plötzlich fröhlich zu mir: „Gehen wir jetzt zum Friseur?“

Ich bin erleichtert, dass ab diesem Moment alles flutscht. Es gibt weder ein Theater beim ins Auto setzen noch irgendein anderes Zeichen von schlechter Laune, weder bei mir noch bei ihm.

Natürlich fragte ich mich während der Autofahrt, was diesmal anders lief. Ob ich die Ohrfeige auf sich beruhen lassen oder nochmal thematisieren soll? Ich entschied mich dagegen, weil ich es „verkraftet“ habe undmit ihm mitfühlen konnte, dass er deshalb so wütend war, weil er gerne noch spielen wollte. Ich war diejenige, die mit einem Termin daher kam und ihn fremd bestimmen wollte, wo er doch schon den ganzen Tag in der Kita fremdbestimmt wird.

Heißt das jetzt, ich lasse es ihm immer durchgehen, wenn er mich haut, beißt, kratzt, etc.? Sicherlich nicht! Was ich mir vornehme, ist es nach neuen Möglichkeiten zu suchen, meinem Missfallen über seine Gewalt Ausdruck zu geben.

Was genau ist in diesem Moment eigentlich genau passiert?

Ich glaube, der Stimmungsschwenk hin zur plötzlichen guten Laune kam daher, dass ich keinen Krieg angezettelt habe. Dass ich den Ausdruck seiner schlechten Laune über die Fremdbestimmung gelassen (aus)gehalten habe. Für ihn war das somit erledigt – das Gefühl hat sich entladen, durch die Abwesenheit der „Gegenwehr“ meinerseits hat sich kein neuer Druck aufgebaut und somit herrschte Frieden.

Welch wunderbare Erkenntnisse. Neben dem, dass ich mal wieder so einiges über mich und mein Kind und unsere Beziehung gelernt habe, empfand ich die gestrige Szene als Ausgleich zum Geschehen vom Sonntag. Mein innerer Frieden ist seither weitestgehend wieder hergestellt und ich werde aufmerksam beobachten, wie ich mit der Wut meines Sohnes in Zukunft umgehe. Die Erfahrung, dass Gelassenheit und Atembeobachtungen der entspanntere Weg sind, hat mein Mittelhirn hoffentlich auch irgendwie abgespeichert…

Wie geht es dir mit diesem Artikel? Hinterlasse gern einen Kommentar oder schreib mir eine Mail: mareike@liebevollefamilie.de.

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Emotionale Taubheit – Wie wir lernen, Gefühle zu unterdrücken

Emotionale Taubheit – Wie wir lernen, Gefühle zu unterdrücken

Das schreiben von Blogartikeln ist für mich auch immer ein Reflexionsprozess. Auf meinen letzten Artikel, in dem ich mich mit meiner Wut und ihre Ausprägung als Sekundärgefühl beschäftigt habe, folgte für mich logisch die Bearbeitung folgender Fragen:

Warum fällt es vielen Erwachsenen eigentlich so schwer, die eigenen Gefühle wahrzunehmen? Und warum tun wir uns noch schwerer, diese adäquat auszudrücken?

Diese Neigung vieler Erwachsener liegt meiner Ansicht (und der vieler Experten) nach darin begründet, dass wir in unserer Kindheit sukzessive gelernt haben, unsere Gefühle zu unterdrücken. Wie genau das passiert, ist ein sehr komplexer Vorgang, auf den ich später genauer eingehen will. (mehr …)

Was meine Wut mir sagen will

Was meine Wut mir sagen will

„Aber du machst doch Gewaltfreie Kommunikation, du darfst doch gar nicht wütend sein…“

Diesen Satz hörte ich neulich von einer Freundin und auch wenn sie es mit einem Augenzwinkern sagte, hat mich dieser Satz sehr nachdenklich gemacht. So sehr, dass ich mich heute dieser Emotion einmal intensiv widmen will, weil ich eine besondere Beziehung zu meiner Wut habe.

Die Wut ist gewissermaßen „meine Lehrmeisterin“, weil ich, bevor ich die Gewaltfreie Kommunikation kennen lernte, ein Wutmensch war. Meine Tendenz, zu explodieren und auf die Palme zu springen brachten mich häufiger in brenzlige Situationen und ich sagte immer wieder Dinge (besonders zu meinen Lieben), die ich hinterher sehr bedauerte. Ich war brutal direkt und bissig, so dass es allen anderen weh tat, auch mir selbst. (mehr …)