Erst Wut, dann Schuld und Scham: Wie du aus diesem emotionalen Teufelskreis aussteigst

Unter allen Emotionen ist Wut diejenige, die nach wie vor am meisten stigmatisiert wird. Sind wir wütend geworden, haben uns diesem Gefühl dabei im Affekt hingegeben und gar herumgeschrien oder etwas Unüberlegtes gesagt oder getan, fühlen wir uns hinterher schuldig und schämen uns ob dieser „Entgleisung“.

Ich beobachte bei mir selbst eine enge Verknüpfung zwischen den Gefühlen Wut, Schuld und Scham. Zudem bekomme ich hin und wieder berichtet, dass sich auch andere Menschen in einem Teufelskreis dieser drei Gefühlszustände befinden.

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„Du weinst wie ein Mädchen!“ – Es ist Zeit, dass Männer ebenfalls Gefühle ausdrücken dürfen und wir die herkömmliche Erziehung von Jungs über Bord werfen

„Mareike, deine Arbeit und dein Blog sind toll, ich mache super Fortschritte. Aber wie bekomme ich meinen Mann ins Boot? Ich möchte meine Beziehung zu ihm verbessern und es fällt mir so schwer, weil er nicht über seine Gefühle redet. Ich habe keine Ahnung, was in ihm vorgeht.“

So oder so ähnlich werde ich häufiger von den Frauen in meinen Vorträgen und Seminaren angesprochen. Ich höre ihre Verzweiflung und den Wunsch, einen emotionaleren Zugang zu ihren Partnern zu bekommen.

Wenn du ein Mann bist, der vielleicht von seiner Frau dazu „verdonnert“ wurde, diesen Artikel zu lesen, dann hoffe ich, dir vielleicht einige Impulse geben zu können.

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Drei Antworten auf die Frage, was du aus deiner Wut lernen kannst.

"Ich will diese Wut in den Griff bekommen. Ich bedaure die Ausraster gegenüber meinen Kindern hinterher jedes Mal so sehr.“

So oder so ähnlich beginnen zahlreiche Gespräche, die ich im Rahmen meiner Arbeit als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation mit Menschen führe.

Was mich dabei immer wieder berührt und in diesen Tagen stark umtreibt, ist weniger die Tatsache, dass ich solche Gespräche führe, sondern die Verzweiflung, die ich darin lese. Viele Eltern sind inzwischen durch die aktuelle Flut an Informationen über Ergebnisse der Hirn- und Bindungsforschung und auch Blogs über „Unerzogen“ und bedürfnisorientiertes Familienleben stark sensibilisiert. Ich begrüße das natürlich sehr. Allerdings spüre ich auch, wie das den inneren Druck für viele Eltern erhöht, die sich ohnehin schon in einem ständigen Teufelskreis aus Verunsicherungen und Selbstzweifeln bezüglich des Umgangs mit ihren Kindern bewegen.

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Über die Kunst des Selbstmitgefühls und welcher Segen für Dein Kind darin liegt

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich einen Artikel geschrieben habe. Die Impulswoche „Aus Wut wird Mut“ zum Umgang mit Wut bei kleinen Kindern hat mich ziemlich in Anspruch genommen, sodass ich erst jetzt wieder zum Schreiben komme.

Das Thema „Wutbewältigung“ beschäftigt mich auch zur Jahreswende noch intensiv und veranlasst mich gewissermaßen auch zum heutigen Beitrag. Nicht wenige TeilnehmerInnen haben mir rückgemeldet, dass der 5. Impuls, in dem ich dazu anregte, sich in Selbstmitgefühl zu üben, für sie die schwierigste Aufgabe der Impulswoche war. Das hat mich so nachdenklich gestimmt, dass ich den heutigen Artikel diesem Thema widme.

Ich persönlich finde es essenziell wichtig, sich in Selbstmitgefühl zu üben. Selbstmitgefühl ist der Schlüssel, um eine gewaltfreie Haltung sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Meiner Erfahrung nach beginnt bei vielen die Auseinandersetzung mit der Gewaltfreien Kommunikation als ein eher „technischer“ Prozess. Da neigt man dazu, sich den Kopf über Formulierungen zu zerbrechen und verstrickt sich in den „Live-Situationen“ so sehr, dass es eigentlich nur schief gehen kann.

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Mein inneres Kind und die Trigger-Transformation

Bei mir ist neulich ein Knoten geplatzt. Dieser Prozess war von solcher Kraft, dass ich seither vor Energie strotze. Die Jahreszeit und die niedrigen Temperaturen halten schon ein bisschen dagegen, aber so insgesamt ist das für mich gefühlt bislang der sonnigste November, an den ich mich erinnere.

Was ist also geschehen?

Die ein oder andere unter euch hat ja vielleicht diesen Artikel gelesen, in dem ich die Auslöser meiner Wutausbrüche gegenüber meinem Kind beleuchtet habe und den auf der Ebene meines Gehirns vorherrschenden Zusammenhang mit den Ursachen dafür nachgegangen bin. Mit genau dieser Thematik habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt ununterbrochen beschäftigt, habe reflektiert, genau hin geschaut, wie ich wann und in welchem Ausmaß reagiere. Ich war regelrecht auf einer Jagd nach emotionalen Ursachen.

An der Stelle möchte ich betonen, dass die bewusste Unterscheidung zwischen Auslöser (das Verhalten meines Kindes, das mich an Erlebnisse in meiner Kindheit erinnert und entsprechend reagieren lässt) und der Ursache (die eigentlichen Erfahrungen in meiner Kindheit) ein existentieller Schritt in Richtung Heilung ist.

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„Ich bin zu blöd für GFK!“ – Selbstanklage in Selbstannahme verwandeln

In dieser Woche durfte ich einmal mehr mit einer Gruppe Menschen arbeiten, die sich von der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) einen souveränen Umgang mit ihren Konflikten erhofften. Dabei stand ich vor der Herausforderung, die GFK in nur 7 Stunden zu vermitteln. Alles lief nach Plan und ich konnte die Teilnehmer/innen gut mitnehmen, bis wir zur praktischen Übung empathischer Verbindung gelangten.

Eine Teilnehmerin wurde sehr emotional, warf mir vor, dass das nicht funktioniert, sie diese Art Kommunikation viel zu verletzlich macht und sie es nicht einsieht, für Menschen, die sich offensichtlich „falsch“ verhalten, auch noch Verständnis aufzubringen. Sie legte richtig los und warf der Person, um die es in diesem Konflikt ging, allerhand Dinge vor. Von „selber schuld“ bis hin zu „Schmarotzer“ war alles dabei.

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Wenn ES doch passiert – Warum die guten Vorsätze im gewaltfreien Umgang miteinander manchmal versagen

Es ist Sonntag und bisher ist der Tag wunderbar gelaufen: Zoobesuch mit vielen Tieren und hinreißenden Staun- und Begeisterungsmomenten meines Sohnes: „Oh Mama, guck mal da, die Elefanten!“ Ein leckeres Mittagessen gab es noch obendrauf.

Dann ist es Zeit, nach Hause zu fahren, und plötzlich passiert ES. Mein Sohn bringt eine gefühlte Ewigkeit an der Statue eines Elefanten zu, lässt sich auch mit allen GFK-gemäßen Bitten nicht zum Gehen bewegen und meine Laune sinkt deutlich.

Ich spüre Ungeduld in mir aufwallen, weil wir am Nachmittag noch eine Verabredung haben. Als die Zeit wirklich knapp wird, trage ich ihn gegen seinen Willen zum Auto. Dabei haut er mir die Brille vom Kopf und wirft meine Mütze weg. Bis zu diesem Moment habe ich meine Wut noch im Griff.

Im Auto dann die Eskalation: Er will sich nicht in den Kindersitz setzen, weint, schreit und haut um sich, und ich werde richtige wütend. Stopfe ihn gegen seinen Willen in seinen Sitz und werfe den Motor an. Im Losfahren sage ich noch: „Ich fahre nie wieder mit dir in den Zoo!“ Schon während ich das sage, weiß ich, dass das nicht wahr ist, und bereue meine Worte.

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Kraft tanken durch Selbstempathie

Mein Tipp zum Batterien aufladen im Alltag

Hallo und zurück aus dem Urlaub! Ich war mit meinem Söhnchen 12 Tage in Großbritannien unterwegs und habe zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass mit Kind allein verreisen eher dem Familienalltag unter erschwerten Bedingungen gleicht, anstatt einen Erholungseffekt zu haben ;-).

Ich hatte bereits im Vorfeld großen Respekt vor dieser Reise und hätte meinen Mann sehr gern mitgenommen. Aber durch die ungünstige Urlaubsplanung in seiner Firma und den anstehenden (nicht verhandelbaren) Hochzeitstermin meiner Freundin in The UK stand ich vor der Wahl, entweder zu fahren, oder es eben zu lassen.

Ich entschied mich dafür und bin mit der romantischen Idee im Kopf los geturnt, dass diese 12 Tage mit meinem Kind auch etwas sehr intensives und Nähe schaffendes sein werden (was sie letztlich auch waren). Aber zunächst machte ich die Erfahrung, dass mit einem Kleinkind Stundenlang in Zug, Flugzeug und Bus zu sitzen in erster Linie mega anstrengend ist.  

Trotzdem bin ich gefühlt gut erholt zurück gekommen und möchte euch heute verraten, wie mir das gelungen ist. Ich habe eigentlich nichts anders gemacht, als ich es im Alltag ohnehin schon tue, nur eben noch bewusster: Ich habe meine gute alte Energietankstelle namens Selbstempathie angezapft.

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Emotionale Taubheit – Wie wir lernen, Gefühle zu unterdrücken

Das schreiben von Blogartikeln ist für mich auch immer ein Reflexionsprozess. Auf meinen letzten Artikel, in dem ich mich mit meiner Wut und ihre Ausprägung als Sekundärgefühl beschäftigt habe, folgte für mich logisch die Bearbeitung folgender Fragen:

Warum fällt es vielen Erwachsenen eigentlich so schwer, die eigenen Gefühle wahrzunehmen? Und warum tun wir uns noch schwerer, diese adäquat auszudrücken?

Diese Neigung vieler Erwachsener liegt meiner Ansicht (und der vieler Experten) nach darin begründet, dass wir in unserer Kindheit sukzessive gelernt haben, unsere Gefühle zu unterdrücken. Wie genau das passiert, ist ein sehr komplexer Vorgang, auf den ich später genauer eingehen will.

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Was meine Wut mir sagen will

"Aber du machst doch Gewaltfreie Kommunikation, du darfst doch gar nicht wütend sein..."

Diesen Satz hörte ich neulich von einer Freundin und auch wenn sie es mit einem Augenzwinkern sagte, hat mich dieser Satz sehr nachdenklich gemacht. So sehr, dass ich mich heute dieser Emotion einmal intensiv widmen will, weil ich eine besondere Beziehung zu meiner Wut habe.

Die Wut ist gewissermaßen "meine Lehrmeisterin", weil ich, bevor ich die Gewaltfreie Kommunikation kennen lernte, ein Wutmensch war. Meine Tendenz, zu explodieren und auf die Palme zu springen brachten mich häufiger in brenzlige Situationen und ich sagte immer wieder Dinge (besonders zu meinen Lieben), die ich hinterher sehr bedauerte. Ich war brutal direkt und bissig, so dass es allen anderen weh tat, auch mir selbst.

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