10 Wutfallen im Familienalltag und wie du sie entschärfen kannst – Teil 2

Nachdem ich vergangene Woche über die ersten fünf der angekündigten zehn Wutfallen geschrieben habe, möchte ich mich heute mit dem zweiten Teil auseinander setzen.
Vielleicht ist dir bereits aufgefallen, dass Wut viel mit deinen Gedanken und deiner Perspektive auf eine bestimmte Situation zu tun hat. Das ist tatsächlich auch einer der beiden Hauptaspekte, die sie ausmachen. Letzte Woche schrieb ich über den Zusammenhang von Wut und hungernden Bedürfnissen. Heute vertiefe ich den Zusammenhang mit unseren Gedanken noch weiter. Read more

„Meine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie deine Bedürfnisse!“ – Mein Schlüssel zu einem liebevolleren Familienleben

Ich bin alleinerziehende, selbstständig berufstätige Mutter. Ich möchte für meinen Sohn das Beste. Dazu gehört für mich vor allem, dass er in Geborgenheit und Liebe aufwächst, frei von Angst und in dem Bewusstsein, dass er so, wie er ist, genau richtig ist und einfach so sein darf. Dies wirklich zu leben, erfordert von mir, dass ich den Fokus auf unsere Bedürfnisse setze. Dass ich aufmerksam bin, worum es ihm geht, wenn er Dinge tut, die mir nicht gefallen, und worum es mir geht, wenn ich von ihm Dinge verlange, die ihm nicht gefallen. Read more

Dankbarkeit – eine Qualität, die ich als Geschenk aus meiner Trauerarbeit mitnehme

Heute sind es 241 Tage, seitdem mein Mann von uns gegangen ist. Die Zeit, die seit diesem Ereignis vergangen ist, kommt mir manchmal wie eine Ewigkeit vor. Ich habe noch nie ein so ambivalentes Gefühl in Bezug auf Zeit gehabt. Diese intensiv erlebten Monate dehnen meine zeitliche Wahrnehmung enorm aus. Ich bin ganz erstaunt, wie viele innere Prozesse in diesem doch recht kurzen Zeitraum in mir stattgefunden haben.

An diesem langen Wochenende um den 1. Mai besuchte ich einen lieben Freund in Berlin, der mir in den ersten Tagen nach dem Tod meines Mannes quasi Tag und Nacht zur Seite stand. Ich empfinde ihm gegenüber tiefe Dankbarkeit, weil er so bedingungslos für mich da war.

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Meine bisher größte Lebenskrise und warum ich trotzdem weiter mache

Ich weiß, dass ich einige treue Leserinnen und Leser habe und dass sich der eine oder die andere vielleicht schon gewundert hat, warum es so still auf meinem Blog geworden ist. Nach langem Überlegen und Reflektieren habe ich mich entschieden, diesen sehr persönlichen Artikel zu schreiben und mich mit meinem Schicksalsschlag und der daraus für mich resultierenden Krise zu zeigen.

Dass es Ereignisse im Leben gibt, die uns von jetzt auf gleich in eine tiefe Krise stürzen können, davon hatte ich bis zu jenem Tag im September letzten Jahres immer nur gehört oder gelesen.

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Erst Wut, dann Schuld und Scham: Wie du aus diesem emotionalen Teufelskreis aussteigst

Unter allen Emotionen ist Wut diejenige, die nach wie vor am meisten stigmatisiert wird. Sind wir wütend geworden, haben uns diesem Gefühl dabei im Affekt hingegeben und gar herumgeschrien oder etwas Unüberlegtes gesagt oder getan, fühlen wir uns hinterher schuldig und schämen uns ob dieser „Entgleisung“.

Ich beobachte bei mir selbst eine enge Verknüpfung zwischen den Gefühlen Wut, Schuld und Scham. Zudem bekomme ich hin und wieder berichtet, dass sich auch andere Menschen in einem Teufelskreis dieser drei Gefühlszustände befinden.

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„Du weinst wie ein Mädchen!“ – Es ist Zeit, dass Männer ebenfalls Gefühle ausdrücken dürfen und wir die herkömmliche Erziehung von Jungs über Bord werfen

„Mareike, deine Arbeit und dein Blog sind toll, ich mache super Fortschritte. Aber wie bekomme ich meinen Mann ins Boot? Ich möchte meine Beziehung zu ihm verbessern und es fällt mir so schwer, weil er nicht über seine Gefühle redet. Ich habe keine Ahnung, was in ihm vorgeht.“

So oder so ähnlich werde ich häufiger von den Frauen in meinen Vorträgen und Seminaren angesprochen. Ich höre ihre Verzweiflung und den Wunsch, einen emotionaleren Zugang zu ihren Partnern zu bekommen.

Wenn du ein Mann bist, der vielleicht von seiner Frau dazu „verdonnert“ wurde, diesen Artikel zu lesen, dann hoffe ich, dir vielleicht einige Impulse geben zu können.

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Drei Antworten auf die Frage, was du aus deiner Wut lernen kannst.

"Ich will diese Wut in den Griff bekommen. Ich bedaure die Ausraster gegenüber meinen Kindern hinterher jedes Mal so sehr.“

So oder so ähnlich beginnen zahlreiche Gespräche, die ich im Rahmen meiner Arbeit als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation mit Menschen führe.

Was mich dabei immer wieder berührt und in diesen Tagen stark umtreibt, ist weniger die Tatsache, dass ich solche Gespräche führe, sondern die Verzweiflung, die ich darin lese. Viele Eltern sind inzwischen durch die aktuelle Flut an Informationen über Ergebnisse der Hirn- und Bindungsforschung und auch Blogs über „Unerzogen“ und bedürfnisorientiertes Familienleben stark sensibilisiert. Ich begrüße das natürlich sehr. Allerdings spüre ich auch, wie das den inneren Druck für viele Eltern erhöht, die sich ohnehin schon in einem ständigen Teufelskreis aus Verunsicherungen und Selbstzweifeln bezüglich des Umgangs mit ihren Kindern bewegen.

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Über die Kunst des Selbstmitgefühls und welcher Segen für Dein Kind darin liegt

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich einen Artikel geschrieben habe. Die Impulswoche „Aus Wut wird Mut“ zum Umgang mit Wut bei kleinen Kindern hat mich ziemlich in Anspruch genommen, sodass ich erst jetzt wieder zum Schreiben komme.

Das Thema „Wutbewältigung“ beschäftigt mich auch zur Jahreswende noch intensiv und veranlasst mich gewissermaßen auch zum heutigen Beitrag. Nicht wenige TeilnehmerInnen haben mir rückgemeldet, dass der 5. Impuls, in dem ich dazu anregte, sich in Selbstmitgefühl zu üben, für sie die schwierigste Aufgabe der Impulswoche war. Das hat mich so nachdenklich gestimmt, dass ich den heutigen Artikel diesem Thema widme.

Ich persönlich finde es essenziell wichtig, sich in Selbstmitgefühl zu üben. Selbstmitgefühl ist der Schlüssel, um eine gewaltfreie Haltung sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Meiner Erfahrung nach beginnt bei vielen die Auseinandersetzung mit der Gewaltfreien Kommunikation als ein eher „technischer“ Prozess. Da neigt man dazu, sich den Kopf über Formulierungen zu zerbrechen und verstrickt sich in den „Live-Situationen“ so sehr, dass es eigentlich nur schief gehen kann.

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Mein inneres Kind und die Trigger-Transformation

Bei mir ist neulich ein Knoten geplatzt. Dieser Prozess war von solcher Kraft, dass ich seither vor Energie strotze. Die Jahreszeit und die niedrigen Temperaturen halten schon ein bisschen dagegen, aber so insgesamt ist das für mich gefühlt bislang der sonnigste November, an den ich mich erinnere.

Was ist also geschehen?

Die ein oder andere unter euch hat ja vielleicht diesen Artikel gelesen, in dem ich die Auslöser meiner Wutausbrüche gegenüber meinem Kind beleuchtet habe und den auf der Ebene meines Gehirns vorherrschenden Zusammenhang mit den Ursachen dafür nachgegangen bin. Mit genau dieser Thematik habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt ununterbrochen beschäftigt, habe reflektiert, genau hin geschaut, wie ich wann und in welchem Ausmaß reagiere. Ich war regelrecht auf einer Jagd nach emotionalen Ursachen.

An der Stelle möchte ich betonen, dass die bewusste Unterscheidung zwischen Auslöser (das Verhalten meines Kindes, das mich an Erlebnisse in meiner Kindheit erinnert und entsprechend reagieren lässt) und der Ursache (die eigentlichen Erfahrungen in meiner Kindheit) ein existentieller Schritt in Richtung Heilung ist.

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„Ich bin zu blöd für GFK!“ – Selbstanklage in Selbstannahme verwandeln

In dieser Woche durfte ich einmal mehr mit einer Gruppe Menschen arbeiten, die sich von der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) einen souveränen Umgang mit ihren Konflikten erhofften. Dabei stand ich vor der Herausforderung, die GFK in nur 7 Stunden zu vermitteln. Alles lief nach Plan und ich konnte die Teilnehmer/innen gut mitnehmen, bis wir zur praktischen Übung empathischer Verbindung gelangten.

Eine Teilnehmerin wurde sehr emotional, warf mir vor, dass das nicht funktioniert, sie diese Art Kommunikation viel zu verletzlich macht und sie es nicht einsieht, für Menschen, die sich offensichtlich „falsch“ verhalten, auch noch Verständnis aufzubringen. Sie legte richtig los und warf der Person, um die es in diesem Konflikt ging, allerhand Dinge vor. Von „selber schuld“ bis hin zu „Schmarotzer“ war alles dabei.

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