Die Impulswoche "Aus Wut wird Mut" Vol. 3

Tag 1

Was willst du mit Hilfe der Impulswoche erreichen?

Herzlich willkommen zu deinem ersten Impuls zum Thema "mehr Gelassenheit statt Ärger und Wut im Familienalltag“!

Ich möchte an dieser Stelle gern noch einmal betonen, dass der Erfolg dieser Impulswoche für dich stark davon abhängt, dass du alle Impulse aktiv bearbeitest. Gerade dieser erste Impuls ist von großer Bedeutung, da er deine Arbeitsgrundlage für die restlichen Tage bildet.

Also los geht’s!

Ich möchte dich heute dazu einladen, dir genau zu überlegen, was du in dieser Woche im Umgang mit deiner Wut erreichen willst!

Viele Eltern haben verstanden, dass es kontraproduktiv für die Entwicklung ihrer Kinder ist, wenn sie ihre eigenen starken Emotionen, wie z.B. Wut, unreflektiert an ihnen entladen. Wir wissen also in den meisten Fällen ganz klar, dass wir solche Wutausbrüche nicht wollen.

Allerdings liegt in diesem klaren Fokus darauf, was wir nicht wollen auch schon das erste Dilemma. Wenn du ganz klar weißt, was du nicht willst, hingegen jedoch nicht beschreiben kannst, was du stattdessen willst, wirst du auf kurz oder lang Probleme bekommen.

Warum?

Versuch doch einmal, jetzt nicht an einen rosa Elefanten zu denken!

Du wirst vielleicht bemerken, dass dir das schwerfällt, weil das „Nicht“ vom Gehirn quasi gestrichen wird und du dann unweigerlich an das denkst, was du nicht wolltest.

Wenn du also nicht wütend werden willst, dann ist es ein kluger Schritt, dir zu überlegen, was du stattdessen willst!

Richte deinen Fokus darauf, wie du in stressigen Situationen mit deinem Kind oder deinem Partner eigentlich handeln willst.

Was fällt dir dazu ein?

Vielleicht Dinge wie: gelassen bleiben, Verständnis aufbringen, Mitgefühl aufbringen, Kreative Ideen entwickeln, wie die Situation zu händeln ist?

Nimm dir ein Notizbuch (oder einfach Zettel und Stift) und versuche einmal in 2-3 kurzen Sätzen zu beschreiben, wie du dich gern verhalten möchtest, wenn dein Kind (oder dein Partner oder dein Arbeitskollege, etc.) etwas tut, dass dir nicht gefällt (z.B. Widerspricht, ganz andere Dinge tut, als du willst, bummelt, laut durch das Haus turnt, deinen Bitten nicht nachkommt, etc.).

Wie verhältst du dich in einer solchen Situation idealerweise?

Formuliere dieses Verhalten positiv. Anders ausgedrückt: Verwende keine Verneinung. „Ich streite nicht mehr mit meinem Kind.“ ist eine negative Formulierung.

Formuliere dein gewünschtes Verhalten in der Gegenwart. Schreibe nicht „Ich will meinem Kind auch in anstrengenden Situationen liebevoll begegnen.“, sondern:

„Ich begegne meinem Kind auch in anstrengenden Situationen liebevoll und bleiben gelassen.“

Formuliere dein gewünschtes Verhalten einfach, klar und kurz. Keine ewig langen, verschachtelten Sätze! Fasse dieses Ziel in einem oder maximal zwei Sätzen zusammen. Verwende eine Formulierung, die dir leicht über die Lippen geht, sodass du es in jeder denkbaren Situation - auch wenn ich dich Nachts wecke - sofort benennen kannst.

Das wichtigste Kriterium ist zudem, dass dein „Wunschverhalten“ dir wirklich am Herzen liegt. Wenn du dein Verhalten ändern willst, weil du denkst, dass das notwendig ist oder weil dich dafür jemand anderes kritisiert, du es aber nicht wirklich willst, dann wird es schwierig, dies umzusetzen.

Wie kannst du dein Verhaltens-Ziel also so formulieren, damit dir warm ums Herz wird, wenn du dir vorstellst, dass du dieses Ziel tatsächlich realisierst?

Wenn du dein neues Verhalten (dein Ziel) gewählt hast, schreibe es in ein Notizbuch. Beginne den Satz ungefähr so:

„Ich, … dein Name …, bin glücklich und dankbar, weil ich, … , hier setzt du dein Ziel ein …“

Beispiel: „Ich, Katrin, bin so glücklich und dankbar, weil ich in den stressigsten Situationen über enorme Gelassenheit im Umgang mit meinen 2 Kindern verfüge.“

Wenn du dein Verhaltensziel klar formuliert hast, schreibe es dir in den kommenden Tagen jeden Tag (am besten Morgens) einmal auf eine neue Seite in deinem Notizbuch. Das hilft dir, dich mit ihm anzufreunden und dich klar auf dieses Verhalten auszurichten.

Ich würde mich freuen, wenn du dich kurz mitteilst, wie es dir mit diesen ersten Impuls geht. Hinterlasse gerne hier einen Kommentar oder beteilige dich an der Diskussion in der Facebook Gruppe.

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