Die Impulswoche "Aus Wut wird Mut" Vol. 3

Tag 2

Warum wir Wut empfinden - die Funktion unserer Gefühle

Herzlich willkommen zum 2. Impuls!

Hast du gestern klar formuliert, wie du dich verhalten willst, wenn du Wut in dir spürst? Ich hoffe sehr, dass du dies getan hast! Falls nicht, macht es Sinn, nochmal zum 1. Impuls zu gehen und dein Ziel klar zu formulieren!

Heute erforschen wir nun gemeinsam dieses intensive Gefühl Wut. Es in seiner Funktion zu verstehen, wird dich deinem Ziel ein ganzes Stück näher bringen.

Dass Wut ein Gefühl oder eine Emotion ist (ich verwende diese Begriffe äquivalent), darüber sind wir uns vermutlich einig.

Aber hast du dir jemals die Frage gestellt, warum wir überhaupt Gefühle haben? Warum wir traurig, glücklich, irritiert, ja und auch wütend sind?

Hier kommt die Antwort darauf:

Gefühle haben eine enorm wichtige Funktion in unserem System, denn sie weisen uns darauf hin, wie es um unsere Bedürfnisse steht. Sie geben Auskunft darüber, was unser System gerade braucht, um existieren, wachsen und gedeihen zu können.

Vereinfacht kann man sagen, dass angenehme Gefühle darauf hinweisen, dass im Augenblick all unsere Bedürfnisse erfüllt sind, das alles in Ordnung ist. Unangenehme Gefühle hingegen signalisieren uns, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass wir etwas brauchen. Und je stärker das unangenehme Gefühl ist, desto dringender ist das Bedürfnis. Stark unangenehme Gefühle wie Ärger und Wut sind ein Hinweis darauf, dass wir richtiggehend eine innere Not leiden.

Dazu möchte ich dir ein einfaches Beispiel geben:

Das Gefühl Hunger kennt jeder von uns. Wenn der Hunger richtig groß wird, bekomme ich z.B. wirklich schlechte Laune. Vermutlich nickst du jetzt mit dem Kopf, weil du das von dir ebenfalls kennst. Das unangenehme Hungergefühl sorgt dafür, dass wir uns darum kümmern, uns mit Nahrung zu versorgen. Würden wir das nicht tun, würden wir irgendwann tot umfallen, weil wir verhungert sind. Sicherlich können wir Hunger eine Weile aushalten. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo sich unser ganzes Streben nur noch um Essen dreht. Dann sind wir sehr gereizt und wenn wir dann endlich etwas gegessen haben, oh wie gut fühlt sich das an, wie glücklich und zufrieden sind wir plötzlich. Das leuchtet sicher Jedem ein und es ist ein Beweis für meine obigen Ausführungen: Das beglückende Gefühl, das in uns entsteht, wenn wir endlich etwas zu Essen haben, ist der Hinweis auf das befriedigte Bedürfnis nach Nahrung.

Unsere Gefühle sind also Signale, die uns darüber informieren, wie es um unsere Bedürfnisse steht!

Wut ist so gesehen, einfach ein sehr deutliches Signal dafür, dass in uns etwas „hungert“. Sie ist also ein völlig legitimes Gefühl und es ist legitim, dass du dieses Gefühl hast!

Also bitte verabschiede dich von dem Gedanken, deine Wut unterdrücken zu wollen. Sie darf sein! Sie hat eine wichtige Botschaft für dich! Welche das ist, kommt ganz auf die Situation an.

Für den Augenblick möchte ich dich dazu einladen, dich mit deiner Wut anzufreunden als das, was sie ist:

Ein Notsignal!

Du musst für heute nichts weiter tun, als dich mit folgenden Gedanken anzufreunden:

„Meine Wut darf sein! Sie hat eine wichtige Botschaft für mich.“

Ich kann mir vorstellen, dass du dich mit diesem Gedanken zunächst ein wenig anfreunden musst, weil du damit vielleicht nicht gerechnet hast.

Vielleicht bist du jetzt auch erleichtert, weil diese Erkenntnis das Ende deines Kampfes mit deiner Wut bedeutet. Vielleicht bist du jetzt auch verwirrt, weil ich dir versprochen habe, dass ich dir zeigen werden, wie du deine Wut vollständig ausdrücken kannst, ohne dabei zu schreien oder jemandem weh zu tun.

Wenn du dich jetzt fragst, wie das alles sein kann, gerade weil du gestern ein Ziel für dein Verhalten formuliert hast, dass Wut nicht mehr beinhaltet, dann möchte ich dich beruhigen: Der Weg zur Erreichung deines Ziels liegt u.a. In der Akzeptanz dessen, das deine Wut eine Daseinsberechtigung hat.

Das ist deine Aufgabe für heute. Akzeptiere deine Wut als die Botschafterin deiner dringenden Bedürfnisse.

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