7 Impulse, die dir dabei helfen, im Alltag Gewaltfreiheit und unerzogen wirklich zu leben

Ich bin dieser Tage ein bisschen aufgewühlt, weil ich auf einem Thema herumkaue, in dessen Zusammenhang mich immer wieder zahlreiche Fragen erreichen: Es geht um die praktische Lebbarkeit eines gewaltfreien Umgangs mit Kindern im Alltag.

Vielen Eltern leuchtet die Grundideen einer gewaltfreien Haltung allen Familienmitgliedern gegenüber (und eine dementsprechende Kommunikation) ein. Ich kenne inzwischen wirklich viele Eltern, die sich von der Haltung, gewaltfrei und unerzogen mit ihren Kindern umzugehen, stark angesprochen fühlen. Aus meinen Vorträgen und Seminaren entlasse ich regelmäßig Eltern, die ein Leuchten in den Augen haben und voller Inspiration und Tatendrang sind. Doch dann passiert etwas:

Der Alltag holt sie häufig schnell wieder ein...

Neulich fragte mich eine Vortragsteilnehmerin Folgendes: „Wie bleibe ich denn am Thema dran, wenn ich mich nicht wie du gerade beruflich damit befasse?“

Was mich im Augenblick wirklich berührt und umtreibt, ist weniger die Tatsache, dass mir solche Fragen gestellt werden, sondern die Verzweiflung, die darin mitschwingt. Viele Eltern sind inzwischen durch die aktuelle Flut an Informationen über Ergebnisse der Hirn- und Bindungsforschung und auch Blogs über unerzogen und bedürfnisorientiertes Familienleben stark sensibilisiert. Ich begrüße das natürlich total. Allerdings spüre ich auch, wie das den inneren Druck für viele Eltern erhöht, die sich ohnehin schon in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Verunsicherung und Selbstzweifeln bezüglich des Umgangs mit ihren Kindern bewegen.

Ich möchte an dieser Stelle unbedingt betonen, dass wir es beim Prinzip der Gewaltfreiheit oder unerzogen mit einer Haltung zu tun haben, in die wir nur dann hineinwachsen, wenn wir dran bleiben. Es ist wirklich intensive Arbeit an sich selbst. Das hat einfach den Hintergrund, dass wir die eigenen, häufig von Gewalt geprägten Erziehungsmuster in uns tragen.

Ich empfinde wirklich tiefes Mitgefühl gegenüber all den Eltern, die zwar verstanden haben, dass einige ihrer Verhaltensweisen kontraproduktiv zur emotional gesunden Entwicklung ihres Kindes stehen und es deshalb auf sich genommen haben, diesbezüglich an sich zu arbeiten und gleichzeitig hilflos im Alltag allein dastehen. Ich bin mir sehr bewusst darüber, dass es vielen Eltern häufig misslingt, im Angesicht der realen Situation, die netten Ratschläge, die sie gestern auf meinem oder einem anderen Blog gelesen haben, umzusetzen und sie sich anschließend hundeelend fühlen.

Findest du dich darin ebenfalls wieder?

Dann ist jetzt die spannende Frage: Wie kommst du aus diesem Dilemma heraus? Wie schaffst du es, dich Schritt für Schritt in Richtung Gewaltfreiheit und Unerzogen zu entwickeln?

Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich dir sieben Impulse an die Hand geben, die dir im Alltag dabei helfen, deine gewaltfreie Haltung zu schulen:

1 - Behalte immer im Blick, dass du im Prozess bist!

Faktisch ist die Kultivierung einer gewaltfreien Grundhaltung so etwas wie das Lernen einer neuen Sprache und neuer Gewohnheiten. Nur ist dieses Unterfangen wesentlich komplexer, weil wir häufig nicht bewusst auf dem Schirm haben, welche Denk- und Gefühlsgewohnheiten uns in unsere Gewaltmuster bringen. Es erfordert eine konstante Arbeit an sich selbst, in der wir achtsam hinschauen müssen, was wir denken, wie wir fühlen und welche Bedürfnisse in uns lebendig sind. Als Eltern stehen wir sogar vor der doppelten Ladung, weil wir dies auch noch für unsere Kinder mitmachen. Diese Umsetzung stellt sich nicht einfach über Nacht ein!

Ich selbst bin seit gut 5 Jahren bewusst in diesem Prozess unterwegs und würde mich sehr weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich behaupten würde: „Ich habe alles im Griff.“

Marshall Rosenberg sagte dazu einmal ganz treffend:

„Die ersten 30 Jahre sind die schwersten.“

Ein lieber Freund hat mir für diesen Prozess ein schönes Bild gegeben: Dieser Prozess ist kein Sprint, kein schnelles von A nach B Laufen und es ist geschafft. Nein, es ist ein Marathon, den ich vielleicht mein ganzes Leben hindurch laufen werde. Dafür brauche ich ganz andere Voraussetzungen als für einen Sprint. Ich brauche vor allem ein gutes Mindset und das beginnt damit, dass ich mir klar werde, dass der Weg laaang ist. Das setzt meinen eigenen Perfektionsanspruch herab und lässt mir die Luft, die ich zum Atmen brauche.

Also nochmal: Es ist ein Prozess und du stehst quasi jeden Tag auf der Übungsmatte!

2 - Mach dir bewusst, dass du zu 100% die Verantwortung für das Erleben deiner Wirklichkeit trägst und hör auf, über deine Umstände zu jammern!

Vielleicht fragst du dich jetzt, was das mit der Entwicklung einer gewaltfreien Haltung zu tun hat? Meine Antwort darauf lautet:

ALLES!

Es ist der Ausgangspunkt deiner Reise. In dem Moment, in dem wir anfangen, 100% die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie wir reagieren, wenn uns Stress, Konflikte, etc. widerfahren, haben wir auch die Macht darüber, unser Handeln so auszurichten, dass wir unsere Mitmenschen mitfühlend und liebevoll behandeln.

Ich gebe dir ein Beispiel, um dir zu verdeutlichen, was ich meine: Ich werde immer wieder gefragt, wie man damit umgeht, wenn das Kind am Morgen nicht in die Kita will und man selbst doch aber zur Arbeit gehen muss.

Ich antworte darauf immer, dass ich damit aufgehört habe, meinem Kind zu sagen, dass ich zur Arbeit gehen muss, sondern ich sage ihm, dass ich arbeiten will. Weil ich nämlich tatsächlich nichts muss (außer es hält mir jemand eine Pistole an den Kopf, dann würde ich schon von „müssen“ reden). Das gängige Gegenargument, dass dann kommt ist üblicherweise folgendes: „Aber ich muss doch Geld verdienen, um meine Familie zu versorgen! Ich muss arbeiten!“

Wir leben in einem Land, in dem wir wirklich so frei sind, dass wir eben nicht arbeiten müssen. Wir würden dann zwar nicht mehr 2x im Jahr in den Urlaub fahren können und wir würden eventuell eine kleinere Wohnung beziehen „müssen“ und Bio-Obst fällt vielleicht auch weg, aber wir müssen nicht arbeiten. Wir wollen arbeiten, weil wir unseren Lebensstandard wie beschrieben so haben wollen!

Unserem Kind zu erzählen, dass wir irgendetwas müssen ist eine Lüge mit fatalen Folgen: Zum einen entmachten wir uns selbst und leben zum anderen diese Machtlosigkeit vor, sodass unsere Kinder ebenfalls lernen, dass sie machtlos sind und ebenfalls glauben irgendetwas zu müssen.

Ich sage damit nicht, dass du von nun an, deinen ganzen Lebensstandard aufgeben sollst. Ich rede davon, dass die Übernahme der Verantwortung damit beginnt, dass du dir bewusst machst, dass du allein die Gestaltungsmacht über dein Leben hast.

Das bedeutet außerdem, dass du dir bewusst machst, dass du in jeder Situation, die du erlebst, mindestens die Verantwortung dafür trägst, wie du reagierst und mit der Situation umgehst. Sich zu beklagen und zu jammern, wird dir dabei nicht weiter helfen, sondern sorgt nur dafür, dass du in einer Schleife der Ablehnung deiner Verantwortung hängen bleibst. Das wird deiner Entwicklung dauerhaft im Wege stehen und wird die alten Gewaltmuster wieder und wieder triggern.

Wenn ich nochmals das Beispiel mit der Kita Situation am Morgen aufrufe, dann sage ich z.B. zu meinem Kind am Morgen Folgendes:

„Ich will heute arbeiten. Deshalb bringe ich dich in die Kita, weil ich keine bessere Lösung habe, um dich gut aufgehoben zu wissen.“

Wenn mein Kind dann mit Widerwillen reagiert, dann gestehe ich ihm zu, dass ihm dies nicht gefällt, anstatt ihm auch noch mit Sätzen wie: „Mach doch nicht immer so ein Theater...“ zu begegnen. Ich kann bei all dem nicht erwarten, dass er sich auch noch darüber freut oder ihm gar die Schuld daran geben, dass ich wütend über seinen Widerwillen werde, wenn ich es eigentlich bin, die ihm hier den eigenen Willen aufzwingt.

Ich erkenne, wenn ich wirklich Verantwortung übernehme, mitfühlend an, dass er lieber bei mir bleiben würde. Ich sehe sein Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Selbstbestimmtheit. Damit verläuft der Morgen auch nicht unbedingt reibungsloser, aber ich bin mir meiner Verantwortung bewusst! Ich hinterfrage dadurch auch jeden Tag neu, ob ich es mit mir vereinbaren kann, ihm zuzumuten, in die Kita zu gehen, anstatt einfach zu behaupten, dass ich in dieser Sache einer höheren Macht ausgeliefert bin.

3 - Übe dich darin, alle Gefühle und Bedürfnisse in der Familie zu sehen

Ein wichtiger Teilaspekt der Übernahme der Verantwortung ist das Übernehmen der Verantwortung für unsere Gefühle und Bedürfnisse.

In dem Moment, in dem du aufhörst zu glauben, dass irgendjemand anderes außer du selbst verantwortlich für deine Gefühle ist, wird sich die Zahl deiner Konflikte drastisch reduzieren. Du wirst nach den Ursachen für deine Gefühle forschen und du wirst immer auf unerfüllte Bedürfnisse stoßen. Wenn du diese klar artikulieren kannst, dann beginnt Familienleben Spaß zu machen. Dann wirst du weicher und offener für die Gefühle und Bedürfnisse der Anderen und ihr könnt gemeinsam schauen, wie ihr die ganzen Bedürfnisse zusammenbringen und erfüllen könnt.

Wie das gelingt, habe ich bereits in zahlreichen Artikeln beschrieben und verweise an dieser Stelle gern auf meine Blogserie vom letzten Sommer zum Thema „Wie können gewaltfreie und liebevollere Beziehungen in der Familie gelingen?“.

Als Zusatz möchte ich gern noch hinzufügen, dass es heilsam und hilfreich ist, wenn du mit deiner Familie ein Ritual einführst, dass ich für super heilsam halte:

Das gemeinsame Betrauern von ungesehenen und unerfüllten Bedürfnissen

Ich praktiziere dies hin und wieder mit meinem Sohn und meinem Mann, indem ich besonders an Tagen, an denen es Konflikte gab, erfrage, was am Tag nicht gesehen wurde und was wir dann gemeinsam betrauern. Das hilft ungemein dabei, mich mit meinen Lieben zu verbinden und ich spüre, dass danach wieder mehr Nähe vorhanden ist.

4 - Mache dir bewusst, dass du jeden Augenblick dein Bestes gibst

Wenn wir in diesem Prozess beim Marathon Bild vom Anfang bleiben, dann wird schnell deutlich, dass unsere Leistungsfähigkeit Schwankungen unterlegen ist. Der Läufer, genau wie wir Eltern agieren immer hart an der Belastungsgrenze. Unsere Fähigkeit, liebevoll und gewaltfrei zu agieren, hängt auch stark davon ab, wie gut wir mit unserer Energie haushalten. Du hast vielleicht selbst schon beobachtet, wie viel gelassener du mit deinem Kind umgehst, wenn du gut ausgeruht bist und wie schnell du aus der Haut fährst, wenn die Nacht kurz und/oder unterbrechungsreich war. Aber auch wenn es Hindernisse gibt und manche Trainingseinheiten nicht so klappen, geben wir doch immer unser Bestes. Das bedeutet an manchen Tagen, dass wir unserem Ideal der liebevollen Mutter / des liebevollen Vaters wirklich sehr nahe kommen. An einem anderen Tag ist es dann schon die Höchstleistung, dass ich anstatt zu schreien, nur einmal mit dem Fuß aufstampfe und mir somit verkneife, mein Kind anzubrüllen.

Also nimm dieses Mantra auf! Häng es dir irgendwo hin und fokussiere dich darauf (nicht darauf, was alles schiefläuft):

„Ich mache jeden Moment meines Lebens das Allerbeste, was ich in diesem Moment tun kann!“

5 - Kultiviere Mitgefühl mit dir selbst

Der ganze Prozess läuft nicht, wenn wir uns selbst nicht mit Nachsicht, Wohlwollen und Güte behandeln. Du kannst niemanden mit diesen Qualitäten begegnen, wenn du sie nicht mit dir selbst praktizierst. Wenn du jetzt innerlich protestierst, gebe ich dir ein Beispiel dafür, was mit ein bisschen Mitgefühl in Gang gesetzt werden kann:

Ich sprach neulich mit einer Bekannten, die mich um Rat fragte, weil ihr ihre eigenen Wutausbrüche gegenüber ihrem Kind sehr zu schaffen machen. Sie schilderte mir eine Szene, in der sie in einer vermeintlich banalen Situation die Beherrschung verlor. Es ging um ihren Autoschlüssel, den ihre Tochter gern zum Spielen haben wollte. Sie ist im Angesicht der Beharrlichkeit, mit der die Tochter darauf bestand, den Schlüssel jetzt haben zu wollen, ausgeflippt.

Nach einigem Eintauchen in die Situation kam zutage, dass es gar nicht um den Schlüssel ging. Der wurde nämlich in der Situation gar nicht gebraucht, weil Autofahren gerade nicht auf dem Programm stand. Als ich sie fragte, welche Gedanken sie in der Situation hatte, antwortete sie:

„Das geht doch nicht, dass sie immer ihren Willen bekommt. Das hätten meine Eltern nie zugelassen, dass ich mit dem Autoschlüssel spiele.“

Da kamen wir der Sache schon näher. Als ich sie fragte, ob sie es schön gefunden hätte, wenn ihre Eltern ihr so einen wichtigen Gegenstand anvertraut hätten, war sie den Tränen nahe.
Sie sagte: „Ja, so etwas durfte ich nie, meine Eltern haben mir unterstellt, dass ich immer alles kaputt mache.“ Daraufhin fragte ich sie: „Hättest du dir das Vertrauen von deinen Eltern gewünscht, dass du die Dinge heil lässt?“. Sie bejahte und sagte dann: „Weißt du, ich war dumm! Ich gab in der Situation das Misstrauen meiner Eltern an mein Kind weiter. Ich will ihr mehr Vertrauen schenken.“

Mit diesem kurzen mitfühlenden Eintauchen in die eigene Kindheit ist meine Bekannte der Grundhaltung, die sich ihrer Tochter gegenüber wünscht, wieder ein Stück näher gekommen. Das wäre ohne das Mitgefühl für die kleinere Version meiner Bekannten (oder ihrem inneren Kind) so nicht möglich gewesen. Zugegeben, in dem Fall habe ich das Mitgefühl gegeben, aber es ist jeder Zeit möglich, es sich auch selbst zu geben (Ich habe in diesem Artikel beschrieben, wie ich das bei mir selbst handhabe).

6 - Bau dir ein Netzwerk an Gleichgesinnten auf

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde die alte Weisheit „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ sehr stimmig, wenn es um das Leben mit Kindern geht. Ich zehre total vom Austausch mit meinen Freunden, die alle Kinder in ähnlichen Altersstufen haben. Sie wissen genau, wovon ich rede, wenn es um die morgendlichen Anstrengungen geht, mit dem Kind pünktlich aus dem Haus zu kommen oder wie schwer es manchmal fällt, mit dem Sohnemann eine Einigung über das Abendessen zu finden.

Wir sind sicher nicht immer einer Meinung, aber wir sehen uns mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert und ich bin immer wieder erstaunt, wie kreativ manche Menschen mit diesen Herausforderungen umgehen. Ich habe z.B. eine Freundin, von der ich viel über Zu-Bett-geh-Rituale gelernt habe, und sie hat mir geholfen, in dieses Thema wieder Leichtigkeit hinein zu bringen, nachdem es mich einige Nerven gekostet hat.

Auch der Austausch über meine innere Arbeit findet in meinem Umfeld einen Raum und ich habe über die Jahre gelernt, dass ich beileibe nicht allein bin in meinem Prozess und dass viele Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld an sich arbeiten. Das gibt mir viel Kraft und Hoffnung und nährt viele Bedürfnisse in mir: Gemeinschaft, Freundschaft, Unterstützung, Austausch, Lernen, gemeinsam Wachsen, Feiern und Trauern.

Und wenn du jetzt sagst, dass du im Umfeld diese Austauschmöglichkeiten nicht hast, dann schau in die sozialen Medien. Facebook ist voll von Gruppen, in denen sich genau über diese Dinge ausgetauscht wird. Komm auch gern in meine Gruppe.

7 - Hol dir Hilfe und Unterstützung!

Ich packe jetzt nochmal das Marathon Bild aus: Für einen Läufer ist es sinnvoll, mit einem guten Trainer zu arbeiten. Klar, man kann auch allein trainieren, aber es hilft enorm, wenn man jemanden mit ein bisschen mehr Erfahrung an seiner Seite hat. Diese Person kennt die Fallen und Stolpersteine, die auf dem Weg liegen, und kann dir Tipps geben, wie du mit deinen Kräften besser haushalten kannst.

So ist es auch in der Selbstentwicklung hin zu einer gewaltfreien Grundhaltung. Wir sind einfach häufig blind für unsere eigenen Muster, Glaubenssätze und emotionale Verstrickungen. Dabei hilft es enorm, wenn da jemand „neutral“ drauf schaut und uns gezielt unterstützt. In diesem Lichte macht es in schweren Fällen absolut Sinn, z.B. einen Therapeuten aufzusuchen. Ich finde schon lange, dass dies keine Schande ist, sondern ein Zeichen, dass man an sich arbeitet.

Aber es gibt auch andere Wege: Nutze all die oben genannten Aspekte, besuche Vorträge oder Seminare oder lass dich coachen.

Beispielsweise habe ich mich hier vor Ort dem GFK-Verein angeschlossen, in dem auch mein alter Lehrmeister aktiv ist. Die Gruppe trifft sich regelmäßig und wir teilen uns gegenseitig ganz im Sinne der GFKmit, was in uns lebendig ist und auch über Situationen, die uns aktuell zu schaffen machen. Außerdem besuche ich auch immer wieder GFK-Retreats (das kommt dem Trainingslager des Läufers gleich), in denen ich mehrere Tage am Stück übe und wachse. Dann kehre ich mit neuer GFK-Energie nach Hause zurück und zehre davon ungemein. Dementsprechend profitiert davon auch meine Familie.

Wenn du so etwas auch ausprobieren willst und Lust hast, in der Gruppe mit Gleichgesinnten zu arbeiten, dann habe ich brandaktuell auch das Angebot einer GFK-Gruppe für Eltern.

So, jetzt bin ich wie immer gespannt, wie es dir mit diesem Impuls geht. Hinterlasse dazu gern einen Kommentar oder schreib mir eine Mail: mareike@liebevollefamilie.de.

Alles Liebe,
Mareike

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About Mareike

Mein Herzensthema sind gewaltfreie Beziehungen zu Kindern leben. Motiviert durch meine eigenen Kindheitserfahrungen möchte ich dazu beitragen, dass Kinder heute fernab von Strafen, Drohungen, Manipulationen und physischer Gewalt aufwachsen können. Vor 5 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation und übe mich mit meiner kleinen Familie seither im gewaltfreien Miteinander. Ich kann sagen, dass es funktioniert und ich mein Familienleben als wunderbar und entspannt und freudvoll empfinde. Aus tiefer Überzeugung möchte ich mit anderen Eltern teilen, dass unser Zusammenleben so ungemein verschönert werden kann, wenn wir ablassen von alten Denkmustern hinsichtlich der Erziehung. Am besten lassen wir ganz die Finger davon und konzentrieren uns auf unsere Bedürfnisse. Das ist der Schlüssel zu mehr Frieden...

5 thoughts on “7 Impulse, die dir dabei helfen, im Alltag Gewaltfreiheit und unerzogen wirklich zu leben

  1. Liebe Mareike, herzlichen Dank für Deine inspirierende Impulse! Tatsächlich kommt es mir manchmal so vor als ob die ‚Blinden‘ (Eltern) ihre Kinder führen wollen… Deine Worte sind sehr heilsam für mich! Es ist wirklich eine Mammutaufgabe Kinder liebevoll zu begleiten. Ich selbst merke immer mehr wie unendlich lohnend diese Arbeit sein kann! Allerdings gibt es zwischen meinem Mann und unseren Söhnen (9 und 11 J) tägliche Auseinandersetzungen. Mein Mann ist sehr viel mit Drohungen, Erniedrigungen und noch dazu mit den Dogmen der katholischen Kirche aufgewachsen. Ich selbst ziemlich frei, gefördert in meiner Entwicklung und atheistisch. Dieses riesige Spagat in den Erziehungseinstellungen führt zu wahnsinnigen Spannungen in unserer Familie. Das hat dazu geführt dass unsere Jungs schon sehr respektlos ihrem Vater gegenüber geworden sind. Ich stärke sie in ihrem Selbstvertrauen, was jedoch dazu führt, dass sie ihrem Vater immer mehr die Stirn bieten wenn er sie mit Drohungen oder Manipulation versucht in Schach zu halten. Es ist für mich einfach schrecklich mit anzusehen. Leider möchte sich mein Mann mit Erziehungsthemen oder den Bedürfnissen der Kinder nicht befassen. Für ihn ist es ’normal‘ dass es respektlos und rauh zwischen Männern zugeht. Ich habe das Gefühl mit meinen Bemühungen gegen Windmühlen anzulaufen… Ja, sogar dass ich die Konflikte noch mehr anfache! Hast Du hierzu einen Rat? Ich bin wirklich bereit, Verantwortung für mein Erleben der Wirklichkeit zu übernehmen. Herzlichst, Angela

    1. Liebe Angela,
      ich lese deine Zeilen mit Anteilnahme und kann mir vorstellen, dass es viel Druck in dir auslöst die täglichen Konflikte zwischen den Kindern und deinem Mann mitanzusehen. Wenn dein Mann sich nicht mit dem Thema befassen möchte und die Art und Weise im Umgang miteinander ihn nicht „stört“ dann wirst du ihn von außen auch nicht anderweitig bewegen können (deine Versuche dahingehend tragen ggf. auch zur Potenzierung der Konflikte bei – kann ich aber aus der Ferne nicht mit 100%iger Sicherheit sagen). Auch wenn das für dich schmerzhaft ist mitanzusehen, weil du andere Vorstellungen/Werte in dir trägst, als das, was du derzeit erlebst, werde dir bewusst, dass deine Söhne und dein Mann ihren eigenen Weg in ihrer Beziehung zueinander finden dürfen. Dass sie sich zueinander respektlos verhalten ist auch nur wieder ein Urteil deinerseits. Dahinter stecken deine ungesehnenen Bedürfnisse, wie vielleicht Anerkennung, Wohlwollen, Harmonie, Nähe, usw. Ich würde an deiner Stelle zunächst achtsam hinschauen, was in dir selbst lebendig ist, wenn du diese Szenen beobachtest. Welche Gefühle tauchen da auf? Welche deiner Bedürfnisse hungern in der Situation? Gib dir zunächst all die Anerkennung und Empathie, die du benötigst, in der für dich schwierigen Situation. Dann, wenn du dich gut wahrnehmen kannst, schau, ob es deiner Unterstützung / Intervention bedarf. Frag deine Kinder, wie es ihnen mit der Situation geht. Überlegt, was sie brauchen und dann schaut, was davon an deinen Mann kommuniziert werden kann und ob er sich darauf einlassen kann. Seine Mitmenschen wirklich zu sehen und ihnen mitfühlend zu begegnen ist manchmal eine Entscheidung. Die kannst du deinem Mann aber nicht abverlangen, die muss er selbst treffen. Er ist der Erwachsene und hat es entsprechend in der Hand, die Beziehung zu seinen Söhnen zu gestalten. Wenn sie ihn ablehnen und es ihn schmerzt, dann kannst du ihn maximal unterstützen, ihm ggf. ein paar Hinweise geben, aber mehr steht nicht in deiner Macht. Ich kann mir vorstellen, dass du da gern mehr tun magst, aber es hilft vermutlich allen Beteiligten am meisten, wenn du für dich zunächst klar wirst und dann deine Kinder unterstützt klar zu werden insofern sie es wollen und dein Mann zieht dann vielleicht nach…
      Alles Liebe
      Mareike

  2. Wow…Das ist Balsam für die Seele! Du sprichst mir aus dem Herzen und schenkst da wunderbare Impulse mit ganz viel Liebe und Verständnis. Danke!!! Ich fühle mich als Mama total abgeholt und versöhnt mit meiner eigenen Ungeduld und Härte mir gegenüber. Es ist soooo spannend, was da in uns für Blockaden wohnen, die uns so zu schaffen machen (aus dem Nichts) und die wir doch „einfach“ loslassen dürfen!
    Wunderbar liebste Mareike! Gerne mehr davon!

    1. Liebe Uschi,
      vielen Dank für dein Feedback! Ich freue mich, wenn ich dich so gut erreichen und dir Mut machen durfte.
      Alles Liebe
      Mareike

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