Selbstliebe und wie sie zu einer gewaltfreien und liebevollen Beziehung zu deinen Kindern führt

Wir können andere nur in dem Maß annehmen, sie wertschätzen und mit Wohlwollen behandeln, wie uns dies mit uns selbst gelingt!

Deshalb ist meiner Meinung nach das erlernen und die Arbeit mit der gewaltfreien Kommunikation vorrangig eine Arbeit mit uns selbst.

Selbst dann, wenn zunächst das Ziel ist, liebevoller mit deinen Kindern und/oder deinem Partner umzugehen, kommst du in diesem Prozess zur Selbstliebe. Denn du kannst nur in dem Maße liebevoll mit deinen Liebsten umgehen, in dem du liebevoll zu dir selbst bist. Wie komme ich zu dieser Behauptung?

Sicher wird und wurde darüber schon von vielen anderen Menschen geschrieben und viel Wichtiges gesagt. Aber letztendlich glauben wir all die tollen Sprüche, die im Internet kreisen, erst, wenn wir uns wirklich auf die Reise machen und ihren Kern/ihre Bedeutung selbst ERLEBEN. Wir lernen nun einmal überwiegend durch die emotionale Verankerung von Erlebnissen in unserem limbischen System!

So erfuhr ich jüngst genau auf diese Weise einmal mehr einen starken emotionalen Aufräumprozess, und darüber die Bedeutung von Selbstliebe.  

Diese Geschichte mag ich heute mit dir teilen!

Im Februar bin ich regelrecht zusammengebrochen, hatte gesundheitlich zu kämpfen und steckte einmal mehr mitten in einer Sinnkrise bezüglich meiner Arbeit.

Ich hatte Gedanken, wie:

  • Das macht doch alles keinen Sinn! Ich werde die Welt nicht verbessern.
  • Andere arbeiten auch an den Themen, die mir wichtig sind. Was macht das schon, wenn ich da ins selbe Horn blase!.
  • GFK ist in aller Munde. Ich kann da einfach keinen neuen Beitrag leisten!
  • Wie kann ich noch authentisch über den Umgang mit Wut schreiben, wenn ich selbst nunmehr so selten wütend bin?

Ich beobachtete mich selbst und wurde mir bewusst, dass ich mir in einer Phase, in der ich gesundheitlich einfach nicht konnte, mir enorm Druck machte, doch zu arbeiten. Dadurch kam ich in sehr destruktiver Gedankenschleifen, bis ich grundlegend daran zweifelte, dass ich überhaupt etwas beitragen kann.

Das ist ein inzwischen bekanntes Verhaltensmuster, dass mich immer einholt, wenn ich mit meiner Energie schlecht haushalte und die ersten Anzeichen für Stress und Überarbeitung übersehe.

Ich neige einfach dazu, zu viel gleichzeitig zu wollen, und lasse mir darüber wenig Raum für mich und meine Interessen sowie Erholung usw.

Glücklicherweise habe ich die Ansätze der Gewaltfreien Kommunikation inzwischen verinnerlicht. Zudem bilde ich mich (emotional) gerade weiter, indem ich an einer Übungsrunde teilnehme, die die 7 Elementen der Selbstheilung nach Robert Gonzales (ein erfahrener Trainer für Gewaltfreie Kommunikation) erforscht und in die Selbsterfahrung damit geht.

An dem oben beschriebenen persönlichen Tiefpunkt durfte ich mit Hilfe meiner Übungspartnerin in tiefe Selbsterfahrungsprozesse kommen. Das war zunächst nicht lustig, aber ich bin im Vertrauen geblieben, dass ich darüber wieder ein Stück n auf diesem Weg hin zu mir selbst voran kommen kann.

Letzte Woche war es dann so weit: Ich stolperte in der Bearbeitung einer zunächst harmlos anmutenden Übung über einen alt bekannten Glaubenssatz, der die Triebfeder für all die o.g. Gedankengänge und ungesunden Verhaltensmuster ist.

„Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste.“

Bekannt ist er mir schon seit 2016. Ich dachte tatsächlich, dass ich ihn überwunden habe. Haha, Irrtum!

Durch die Übung im Rahmen der Weiterbildung verband ich mich liebevoll mit dem Persönlichkeitsanteil, der diesen Glaubenssatz immer noch GLAUBT. Ich erkannte, dass es wenig bringt, ihn einfach wegzudrücken oder eine positive Affirmation dagegen zu halten. Ich erkannte schlagartig, dass ich die ganze Zeit im Kampfmodus GEGEN diesen Glaubenssatz bin. Als ich mir mit Hilfe meiner Übungspartnerin endlich erlaubte, loszulassen und mir zu sagen: „Es ist okay, dass ich ihn in mir trage. Ich muss den jetzt nicht ‚weg machen‘. Er hat mich in einer Phase meines Lebens getragen und mich vor Leid bewahrt. Das erkenne ich an und lasse diesen Teil nun in Ruhe.“

Boah, was für eine Erleichterung! Nachdem ich einen Sturzbach an Tränen vergossen hatte, spürte ich, wie mein ganzer Körper weich wurde und dann plötzlich am nächsten Tag, war ich leicht, fröhlich und innerlich frei. Da war ich einem Zustand totaler Liebe für mich selbst.

Diese innere Entspannung gab mir ganz viel Frieden. Aus diesem Frieden heraus, habe ich gerade ein paar tiefentspannte Tage mit meinem Sohn und meinem Partner verbracht. Weil ich mich selbst so genährt erlebe, kann ich auch besser die Bedürfnisse meiner Lieben sehen und auf diese eingehen.

Dies fördert unser aller Wohlbefinden, Harmonie und Bindung zueinander. Ich erlebe derzeit eine so wunderbar friedvolle Phase in meinem Familienleben. Da ist aktuell keinerlei Kampf oder Konflikt. Ich bin einfach entspannt und darüber entspannt sich auch meine Beziehung zu meinem Kind und zu meinem Partner.

Wenn ich solche Prozesse durchlaufe, bin ich immer wieder beeindruckt, wie wenig mein inneres Erleben mit meinem Außen (also mit Anderen) und viel mehr mit mir selbst zu tun hat!

Und das ist der Schlüssel!

Es geht auch nicht nur darum, diesen Zustand auf immer und ewig aufrecht zu erhalten. Es kommen sehr wahrscheinlich auch wieder andere Phasen, in denen es holpriger wird, wir aus dem Gleichgewicht kommen und nicht immer gleich unsere Bedürfnisse in den Fokus stellen. Dann kommt es wieder vor, dass uns „Kleinigkeiten“ auf die Palme bringen und wir uns in Konflikten verstricken.

Wenn das passiert, habe ich jedoch die aktuell friedvolle Phase (und viele vorangegangene), wie ich sie aktuell erlebe aber als Ressource in mir abgespeichert. Dann komme ich schneller heraus, kann häufiger tief durchatmen, die Dinge tun, die mich wieder auf das ausrichten, was mir wirklich wichtig ist. Sprich, ich komme schneller heraus aus dem alten Verhaltensmuster. Generell sind die Konflikte nicht mehr so heftig, wie es früher der Fall war.

UND das genau ist der Wert einer aktiv gelebten Selbstfürsorge und Selbstliebe!

Ich komme immer mehr in einem inneren Frieden an. Der wird zwar immer mal gestört, aber ich finde immer schneller dahin zurück.

Wenn uns dies als Eltern gelingt, dann wird jeder einzelne von uns ein Leuchtturm. Und das ist auch mein Anliegen mit diesem Artikel. Dich einzuladen, ein Leuchtturm zu werden, indem du dich gut um dich selbst kümmerst und aufräumst mit dem alten Mist, indem du dich liebevoll selbst annimmst!

Dann kannst du auch deine Lieben in ihren eigenen Kämpfen annehmen und sie darin mit eigener innerer Ruhe begleiten.

About Mareike

Mein Herzensthema sind gewaltfreie Beziehungen zu Kindern leben. Motiviert durch meine eigenen Kindheitserfahrungen möchte ich dazu beitragen, dass Kinder heute fernab von Strafen, Drohungen, Manipulationen und physischer Gewalt aufwachsen können. Vor 5 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation und übe mich mit meiner kleinen Familie seither im gewaltfreien Miteinander. Ich kann sagen, dass es funktioniert und ich mein Familienleben als wunderbar und entspannt und freudvoll empfinde. Aus tiefer Überzeugung möchte ich mit anderen Eltern teilen, dass unser Zusammenleben so ungemein verschönert werden kann, wenn wir ablassen von alten Denkmustern hinsichtlich der Erziehung. Am besten lassen wir ganz die Finger davon und konzentrieren uns auf unsere Bedürfnisse. Das ist der Schlüssel zu mehr Frieden...

2 thoughts on “Selbstliebe und wie sie zu einer gewaltfreien und liebevollen Beziehung zu deinen Kindern führt

  1. Vielen lieben Dank für deinen Artikel, ich finde mich so oft wieder – wie auch heute.
    Ich bin nur dann wertvoll, wenn ich etwas leiste.
    Das ist auch mein jahrelanges Dogma. Und so richtig loslassen kann ich das auch nicht, weil ich dann dort eine leere Stelle habe, die ich nicht zu füllen vermag. Einfach nur als ich wertvoll zu sein kann ich mir zwar einreden, aber daran glauben schaffe ich nicht.
    Deine Zeilen geben mir immer viel Kraft durchzuhalten und weiter zu machen, du hast also durchaus etwas in dir, was zur Weltverbesserung beiträgt, und wenn es nur meine kleine Welt ist, die du besser machst.
    Dankeschön

    1. Liebe Anett,
      ich danke dir von Herzen für die Rückmeldung! Ja, es gibt mir wiederum viel Kraft und Zuversicht, wenn ich mit meinen Beiträgen die ein oder andere Welt bewege.
      Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, dich mit dieser Haltung, des Annehmens, was ist, zu verbinden. Das erlebe ich selbst als sehr heilsam.
      Alles Liebe
      Mareike

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