Erst Wut, dann Schuld und Scham: Wie du aus diesem emotionalen Teufelskreis aussteigst

Unter allen Emotionen ist Wut diejenige, die nach wie vor am meisten stigmatisiert wird. Sind wir wütend geworden, haben uns diesem Gefühl dabei im Affekt hingegeben und gar herumgeschrien oder etwas Unüberlegtes gesagt oder getan, fühlen wir uns hinterher schuldig und schämen uns ob dieser „Entgleisung“.

Ich beobachte bei mir selbst eine enge Verknüpfung zwischen den Gefühlen Wut, Schuld und Scham. Zudem bekomme ich hin und wieder berichtet, dass sich auch andere Menschen in einem Teufelskreis dieser drei Gefühlszustände befinden.

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„Du weinst wie ein Mädchen!“ – Es ist Zeit, dass Männer ebenfalls Gefühle ausdrücken dürfen und wir die herkömmliche Erziehung von Jungs über Bord werfen

„Mareike, deine Arbeit und dein Blog sind toll, ich mache super Fortschritte. Aber wie bekomme ich meinen Mann ins Boot? Ich möchte meine Beziehung zu ihm verbessern und es fällt mir so schwer, weil er nicht über seine Gefühle redet. Ich habe keine Ahnung, was in ihm vorgeht.“

So oder so ähnlich werde ich häufiger von den Frauen in meinen Vorträgen und Seminaren angesprochen. Ich höre ihre Verzweiflung und den Wunsch, einen emotionaleren Zugang zu ihren Partnern zu bekommen.

Wenn du ein Mann bist, der vielleicht von seiner Frau dazu „verdonnert“ wurde, diesen Artikel zu lesen, dann hoffe ich, dir vielleicht einige Impulse geben zu können.

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Was deine Wut mit deinen Gedanken und deiner inneren Haltung zu tun hat

Warum passiert es uns eigentlich ausgerechnet gegenüber unseren Kindern häufiger, dass wir heftige Wutausbrüche bekommen? Warum schreien wir gerade die Menschen an, die wir am meisten lieben? Eigentlich sollte es ja so sein, dass wir unsere Lieben mit besonders viel Nachsicht, Achtsamkeit und Hingabe begegnen und dass wir sie – weil wir sie so lieben – mit all unserer Zuwendung überschütten.

Mich suchen regelmäßig Menschen auf und fragen um Rat, weil sie die Familie als Kriegsschauplatz erleben anstatt liebevoll miteinander zu agieren. Durch das genauere Beobachten meiner eigenen Wutmuster und die Auswertung vieler Gespräche und Coaching-Sitzungen, die ich im Laufe meiner Arbeit bereits geführt habe, konnte ich mehrere Dimensionen entlarven, die mit unseren, häufig als unwillkürlich erlebten, Wutausbrüchen im Zusammenhang stehen. Read more

7 Impulse, die dir dabei helfen, im Alltag Gewaltfreiheit und unerzogen wirklich zu leben

Ich bin dieser Tage ein bisschen aufgewühlt, weil ich auf einem Thema herumkaue, in dessen Zusammenhang mich immer wieder zahlreiche Fragen erreichen: Es geht um die praktische Lebbarkeit eines gewaltfreien Umgangs mit Kindern im Alltag.

Vielen Eltern leuchtet die Grundideen einer gewaltfreien Haltung allen Familienmitgliedern gegenüber (und eine dementsprechende Kommunikation) ein. Ich kenne inzwischen wirklich viele Eltern, die sich von der Haltung, gewaltfrei und unerzogen mit ihren Kindern umzugehen, stark angesprochen fühlen. Aus meinen Vorträgen und Seminaren entlasse ich regelmäßig Eltern, die ein Leuchten in den Augen haben und voller Inspiration und Tatendrang sind. Doch dann passiert etwas:

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„Ich will das nicht!“ – Wie ein klarer Fokus auf unsere Bedürfnisse ein gewaltfreies und liebevolles Familienleben ermöglicht

„Der Wille eines Menschen ist die Kraft, sich seine und anderer Menschen Bedürfnisse zu erfüllen.“ Britta Hahn

Dieses Zitat vorangestellt möchte ich mich heute mit einem Thema befassen, dass mir in meinem Umfeld und meiner Arbeit immer wieder begegnet. Viele Eltern haben verstanden, dass es kontraproduktiv für die Entwicklung ihrer Kinder ist, wenn sie diese zu Gehorsam erziehen und mit Strafen oder Manipulationen arbeiten - sprich emotionale Gewalt anwenden, um sie zu etwas zu bewegen. Sie lehnen die Erziehungsmethoden ab, die sie von den eigenen Eltern erfahren haben und wissen ganz genau, wie sie nicht handeln wollen.

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Drei Antworten auf die Frage, was du aus deiner Wut lernen kannst.

"Ich will diese Wut in den Griff bekommen. Ich bedaure die Ausraster gegenüber meinen Kindern hinterher jedes Mal so sehr.“

So oder so ähnlich beginnen zahlreiche Gespräche, die ich im Rahmen meiner Arbeit als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation mit Menschen führe.

Was mich dabei immer wieder berührt und in diesen Tagen stark umtreibt, ist weniger die Tatsache, dass ich solche Gespräche führe, sondern die Verzweiflung, die ich darin lese. Viele Eltern sind inzwischen durch die aktuelle Flut an Informationen über Ergebnisse der Hirn- und Bindungsforschung und auch Blogs über „Unerzogen“ und bedürfnisorientiertes Familienleben stark sensibilisiert. Ich begrüße das natürlich sehr. Allerdings spüre ich auch, wie das den inneren Druck für viele Eltern erhöht, die sich ohnehin schon in einem ständigen Teufelskreis aus Verunsicherungen und Selbstzweifeln bezüglich des Umgangs mit ihren Kindern bewegen.

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5 Dinge, die ich lernte, weil ich ein unerzogenes Kind habe

Der Jahreswechsel ist ja immer so eine Zeit, die sich für intensive Innenschau und Bilanz ziehen über die aktuelle Ausrichtung des eigenen Lebens eignet. Dieses Jahr dauert mein Prozess sehr lange, weil ich wirklich fundamentale Änderungen erfahren habe und diese ganz bewusst würdigen will.

Eine Sache, die sich immer wieder in mir abspielt, ist das Erleben, dass mir der Alltag mit Kind manchmal über den Kopf wächst. Das sind die Situationen, in denen ich als Mutter verzweifele, weil ich glaube, dass, seitdem ich ein Kind habe, einfach das ganze Leben Kopf steht. Da kommt bei mir schnell das Gefühl von Überforderung auf, weil in meiner Wahrnehmung nichts mehr nach Plan läuft. Das sind die Tage, an denen um jede Ecke kleine bis mittlere Katastrophen lauern und Entspannung und Erholung im eigenen Sprachgebrauch nicht mehr vorzukommen scheinen.

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Über die Kunst des Selbstmitgefühls und welcher Segen für Dein Kind darin liegt

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich einen Artikel geschrieben habe. Die Impulswoche „Aus Wut wird Mut“ zum Umgang mit Wut bei kleinen Kindern hat mich ziemlich in Anspruch genommen, sodass ich erst jetzt wieder zum Schreiben komme.

Das Thema „Wutbewältigung“ beschäftigt mich auch zur Jahreswende noch intensiv und veranlasst mich gewissermaßen auch zum heutigen Beitrag. Nicht wenige TeilnehmerInnen haben mir rückgemeldet, dass der 5. Impuls, in dem ich dazu anregte, sich in Selbstmitgefühl zu üben, für sie die schwierigste Aufgabe der Impulswoche war. Das hat mich so nachdenklich gestimmt, dass ich den heutigen Artikel diesem Thema widme.

Ich persönlich finde es essenziell wichtig, sich in Selbstmitgefühl zu üben. Selbstmitgefühl ist der Schlüssel, um eine gewaltfreie Haltung sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Meiner Erfahrung nach beginnt bei vielen die Auseinandersetzung mit der Gewaltfreien Kommunikation als ein eher „technischer“ Prozess. Da neigt man dazu, sich den Kopf über Formulierungen zu zerbrechen und verstrickt sich in den „Live-Situationen“ so sehr, dass es eigentlich nur schief gehen kann.

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Mein inneres Kind und die Trigger-Transformation

Bei mir ist neulich ein Knoten geplatzt. Dieser Prozess war von solcher Kraft, dass ich seither vor Energie strotze. Die Jahreszeit und die niedrigen Temperaturen halten schon ein bisschen dagegen, aber so insgesamt ist das für mich gefühlt bislang der sonnigste November, an den ich mich erinnere.

Was ist also geschehen?

Die ein oder andere unter euch hat ja vielleicht diesen Artikel gelesen, in dem ich die Auslöser meiner Wutausbrüche gegenüber meinem Kind beleuchtet habe und den auf der Ebene meines Gehirns vorherrschenden Zusammenhang mit den Ursachen dafür nachgegangen bin. Mit genau dieser Thematik habe ich mich in den letzten Wochen gefühlt ununterbrochen beschäftigt, habe reflektiert, genau hin geschaut, wie ich wann und in welchem Ausmaß reagiere. Ich war regelrecht auf einer Jagd nach emotionalen Ursachen.

An der Stelle möchte ich betonen, dass die bewusste Unterscheidung zwischen Auslöser (das Verhalten meines Kindes, das mich an Erlebnisse in meiner Kindheit erinnert und entsprechend reagieren lässt) und der Ursache (die eigentlichen Erfahrungen in meiner Kindheit) ein existentieller Schritt in Richtung Heilung ist.

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„Ich bin zu blöd für GFK!“ – Selbstanklage in Selbstannahme verwandeln

In dieser Woche durfte ich einmal mehr mit einer Gruppe Menschen arbeiten, die sich von der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) einen souveränen Umgang mit ihren Konflikten erhofften. Dabei stand ich vor der Herausforderung, die GFK in nur 7 Stunden zu vermitteln. Alles lief nach Plan und ich konnte die Teilnehmer/innen gut mitnehmen, bis wir zur praktischen Übung empathischer Verbindung gelangten.

Eine Teilnehmerin wurde sehr emotional, warf mir vor, dass das nicht funktioniert, sie diese Art Kommunikation viel zu verletzlich macht und sie es nicht einsieht, für Menschen, die sich offensichtlich „falsch“ verhalten, auch noch Verständnis aufzubringen. Sie legte richtig los und warf der Person, um die es in diesem Konflikt ging, allerhand Dinge vor. Von „selber schuld“ bis hin zu „Schmarotzer“ war alles dabei.

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