Die Magie des Annehmens von Menschen und Situationen

Annahme - ein für mich erfolgreiches Experiment

Nachdem ich letzte Woche von der heilsamen Wirkung der Betrachtung von Bedürfnissen hinter meinen negativen Gefühlen berichtet habe, ist mir heute danach, euch an einer weiteren wichtigen Komponente meines Trauer Verarbeitungsprozesses teilhaben zu lassen:

Die Annahme der Situation

Es mag vielleicht einfach klingen, aber die Wahrheit ist, dass die Annahme der Tatsache, dass mein Vater tot ist, ein Prozess ist. 

Jedes mal, wenn ich mich bewusst mit diesem Fakt konfrontiere, wallen enorm viele Gefühle in mir auf. Mein erster Reflex war noch vor wenigen Tagen, diese wieder weg zu schieben, weil Schmerz und Trauer einfach keine schönen Gefühle sind. Es tut enorm weh. Dennoch lohnt es sich für mich, hin zu schauen und den Schmerz anzunehmen. Ich versuche hierbei ihn so klar wie möglich wahrzunehmen, ohne dabei etwas hinzu zu fügen oder etwas weg zu lassen: "Da ist Schmerz."

In gewisser Weise heiße ich diese Gefühle willkommen und auch die Erinnerungen, die damit verbunden sind.

Warum lohnt es sich, Schmerz anzunehmen?

Unsere Gefühle sind wie kleine Kinder. Sie wollen gesehen werden. Jeder der kleine Kinder um sich hat, weiß, dass diese sehr aufdringlich werden können, wenn sie uns etwas mitteilen oder zeigen wollen. So verhält es sich auch mit unseren Gefühlen. Sie rücken uns richtig auf die Pelle, wenn wir sie wegdrücken und sie nicht haben wollen. Je stärker wir sie unterdrücken, desto mehr Gegendruck bauen sie auf und im schlimmsten Fall explodieren sie und wir verlieren entsprechend die Kontrolle über uns.

Anders verhält es sich, wenn wir diese Gefühle annehmen und "sehen". So sitze ich momentan häufig in der Stille und betrachte meine Gefühle, nehme sie an, indem ich sie benenne "da ist Trauer" oder "da ist Schmerz". In diesem Moment schaffe ich mir einen neuen Raum, eine Art Atempause, die mich die mit den Gefühlen verbundenen Umstände (Menschen und Situationen) einen Moment wertfrei betrachten lassen. Dies ist ein so "heilsamer" Perspektivwechsel. Ich sehe in solchen Momenten klarer und bin auch in der Lage, Mitgefühl mit mir selbst zu haben. 

Annahme ermöglicht Loslassen

Diese wertfreie und liebevolle Betrachtung meiner Gefühle (und der auslösenden Gedanken mit Bezug zu bestimmten Situationen und Menschen) befreit mich gleichzeitig von ihnen. Ich kann sie durch ihre Annahme loslassen, kann ihnen liebevoll "Adieu" sagen. Ich kann in solchen Momenten - obwohl es um das Thema Tod geht - sogar eine Art Wärme verspüren, die mit diesem liebevollen Umgang einher geht. 

Beziehungen heilen durch Annahme

Ein besonders wertvoller Aspekt dieser "Annahmetechnik" ist die Tatsache, dass ich durch diese innere Arbeit eine neue Haltung meinen Mitmenschen gegenüber entwickle. Ich verspüre gerade dann einen enormen Frieden mit mir und den mich umgebenden Menschen, wenn ich sie so sein lasse, wie sie sind. Auch das klingt einfach, ist es jedoch scheinbar ganz und gar nicht.

In meiner Umgebung verfolge ich viele Gespräche, die sich darum drehen, wie jemand anderes sein sollte, was er/sie tun sollte, was er/sie falsch macht, etc. Ob es sich dabei um Kinder oder Erwachsene handelt, spielt keine Rolle. Es führt immer wieder zu diesem Kernaspekt, dass wir uns scheinbar schwer tun, den anderen einfach mal so sein zu lassen. Seine Handlungen, Entscheidungen und Lebensweise einfach so stehen zu lassen.

Es ist, wie es ist und ich lasse es auch einfach so sein!

Boah, was für ein Frieden, was für ein Raum / eine Freiheit, wenn ich mal nicht an mir oder meinen Mitmenschen herumdoktere. 

Einladung zum Experiment

Ich lade dich hiermit zu einem Experiment ein: Versuche dich im "Annehmen" von Situationen und Menschen. Vielleicht gelingt es dir ja, ein wenig mehr inneren Frieden zu kultivieren. Wie es dir damit geht, kannst du mir gern per Mail schreiben: mareike@liebevollefamilie.de oder einfach einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich auf Feedback. 

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About Mareike

Mein Herzensthema sind gewaltfreie Beziehungen zu Kindern leben. Motiviert durch meine eigenen Kindheitserfahrungen möchte ich dazu beitragen, dass Kinder heute fernab von Strafen, Drohungen, Manipulationen und physischer Gewalt aufwachsen können. Vor 5 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation und übe mich mit meiner kleinen Familie seither im gewaltfreien Miteinander. Ich kann sagen, dass es funktioniert und ich mein Familienleben als wunderbar und entspannt und freudvoll empfinde. Aus tiefer Überzeugung möchte ich mit anderen Eltern teilen, dass unser Zusammenleben so ungemein verschönert werden kann, wenn wir ablassen von alten Denkmustern hinsichtlich der Erziehung. Am besten lassen wir ganz die Finger davon und konzentrieren uns auf unsere Bedürfnisse. Das ist der Schlüssel zu mehr Frieden...

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